Ausgabe 5.2020

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Circular Economy – Stoffströme im urbanen Wohnungsbau
Um Baustoffe im Bauwesen im Sinne des Recyclings wieder einsetzen zu können, bedarf es des Wissens um die genaue Zusammensetzung, Mengen und derzeitigen Standorte der gebundenen Stoffe. An der Technischen Universität München wurde dies in einer Arbeit untersucht.

REALISIERTE OBJEKTE
HALLE 17 IN KÖLN – Von der Fabrik zum Wohngebäude
In Köln entsteht mitten im gewachsenen und lebendigen Stadtteil Nippes an der Grenze zur Innenstadt das Clouth-Quartier. Bestehende Hallen, Einfassungsmauern und Torgebäude des alten Industriegeländes sollten in die Neuplanung integriert werden. So auch bei der Halle 17, die mit einer Mischung aus Wohnraum, Gewerbe und Gastronomie das Herzstück des neuen Quartiers bildet.

NACHHALTIGER HOLZBAU – Gemischtes Doppel
Lebenswerter Wohnraum in Stadtnähe – attraktiv gestaltet. Unter diesem Motto wächst derzeit das Neubaugebiet Lettenwald im Ulmer Stadtteil Böfingen fortwährend weiter. Zwei fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser in Holzbauweise zeigen beispielhaft die flexiblen Möglichkeiten des Baustoffs Holz für die Entwicklung nachhaltiger Quartiere. Familienfreundliches und zukunftsorientiertes Wohnen standen weit vorne bei den Prioritäten für dieses Bauvorhaben.

STÄDTEBAU & QUARTIERSENTWICKLUNG
BÜRGERBETEILIGUNG – Der schönste gemeinsame Nenner
Immer öfter werden bei der Planung von städtebaulichen Bauprojekten betroffene Bürger einbezogen und nach ihrer Meinung gefragt. Zehn Gründe, warum das Sinn ergibt, und sieben Bausteine, mit denen die Umsetzung funktioniert.

INTERVIEW
Im Gespräch mit Marcel Özer – Cradle to Cradle
Die Bau- und Immobilienbranche gilt als größter Verbraucher der weltweiten Ressourcen und Verursacher von Abfallmengen. Die zunehmende Bautätigkeit, die wachsende Industrialisierung und die rasante Verstädterung benötigt Unmengen an Sand, Zement, Eisen, Stahl und andere Baumaterialien. Marcel Özer, Projektpartner und Teamleiter Cradle to Cradle Real Estate bei der EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer, erklärt die verschiedenen Einsatzfelder von Cradle to Cradle® zur Wiederverwertung von Materialien.

ENERGIE, TECHNIK & BAUSTOFFE
ELEKTRONISCHE ZUTRITTSLÖSUNGEN FÜR DIE WOHNUNGSWIRTSCHAFT – Sicherheit und Effizienz im Fokus
Für Mietobjekte erweisen sich elektronische Zutrittssysteme als die bessere Lösung gegenüber mechanischen Anlagen. Das betrifft die Kosten über den Lebenszyklus, die Flexibilität und den Aufwand bei der Berechtigungsverwaltung sowie natürlich die Sicherheit.

ABDICHTUNG NACH DIN 18534 – Bodengleiche Duschen
Bodengleiche Duschen werden in den letzten Jahren auch im Wohnungsbau zunehmend eingesetzt. Dies liegt zum einen an den Forderungen des barrierefreien Bauens, zum anderen an dem damit verbundenen höheren Komfort und den vielfältigeren Gestaltungsmöglichkeiten gegenüber Lösungen mit konventionellen Duschwannen. Aufgrund der stärkeren Beanspruchung durch Brauch- und Spritzwasser ist besonders auf eine fachgerechte Planung und Ausführung der Abdichtung von Boden- und Wandflächen zu achten.

BAUKOSTEN & FINANZIERUNG
GASBRENNWERTTHERMEN IM GESCHOSSWOHNUNGSBAU – Kostengünstig & energieeffizient heizen
Mit dem im November in Kraft tretenden Gebäudeenergiegesetz (GEG) sollen Ölheizungen im Neubau ab 2026 zwar nicht verboten, aber mit der Auflage verbunden sein, dass ein Anteil erneuerbarer Energien zum Heizen mit verwendet werden muss. Gasheizungen sind von solchen Einschränkungen bisher ausgenommen. Ein Überblick über die Vor- und Nachteile dieses Energieträgers.

RECHT & STEUERN
DAS GEBÄUDEENERGIEGESETZ 2020 – GEG
Hat eine Gemeinde beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen, zu ändern oder aufzuheben, so kann sie zur Sicherung der Planung durch Satzung eine Veränderungssperre beschließen. Diese bewirkt, dass bestimmte wertsteigernde Veränderungen der Grundstücke nicht vorgenommen oder genehmigungsbedürftige bauliche Anlagen nicht errichtet oder geändert werden dürfen – wie etwa Wohngebäude. Doch welche Voraussetzungen gelten und welche Spielräume können genutzt werden?

Neues Leben für alte Kronkorken

Mein Sohn macht es mir mit dem Recycling vor. Kartonverpackungen werden zu Schütten für den Kran umfunktioniert und erfüllen noch sehr lange Zeit einen guten Dienst auf der Kinderbaustelle. Die Schraubverschlüsse der Milchpackungen dürfen nicht den Weg in die gelbe Tonne nehmen, denn „Mama, daraus möchte ich etwas basteln!“. Das stimmt mich positiv – aus Dingen, die andere wegwerfen, noch etwas Schönes zu gestalten.

Wie in so vielen Bereichen unseres Lebens macht Recycling Sinn und ist für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft unumgänglich – zum Glück nimmt dieser Ansatz auch in der Baubranche Fahrt auf.

Wie schon heute recyclinggerecht geplant und gebaut werden kann, zeigt der experimentelle Neubau eines Wohnhauses in Hannover. Das Recyclinghaus verwendet gebrauchte Bauteile und Recyclingbaustoffe wie Holz und Metall. Auf der Website der CITYFÖRSTER Architekten heißt es dazu: „Das Recyclinghaus setzt einerseits auf recyclingfähige Bauprodukte wie beispielsweise dem Rohbau aus leimfrei zusammengesetzten Massivholzelementen. Andererseits werden recycelte Materialien wie die Gründung aus Recyclingbeton oder einer Fassadendämmung aus recycelten Jutesäcken eingesetzt. Es kommen aber auch in großem Umfang gebrauchte Bauteile im Ganzen zum Einsatz, die nach Möglichkeit aus eigenen Gebäudebeständen der Bauherrin Gundlach stammen, beziehungsweise lokal gewonnen wurden. Besonders entscheidend ist dabei eine recyclinggerechte Bauweise, die eine Nutzung und Demontierbarkeit der Bauteile ohne Qualitätsverlust beziehungsweise ein sortenreines Trennen der Baustoffe nach dem Ende der Lebensdauer ermöglicht.“ So gibt es z. B. ein Mosaik aus Kronkorken an der Badezimmerwand oder eine Holzfassade aus ehemaligen Saunabänken (im Bild im Erdgeschoß rechts neben den Fenstern zu sehen). Eine Anstrengung und Initiative, die gewürdigt wird: Das Projekt ist für den DAM Preis 2021 nominiert, in der engeren Wahl des Niedersächsischen Staatspreises für Architektur 2020, wurde für den EUMiesAward zur Einreichung vorgeschlagen, hat den Sonderpreis beim Deutschen Fassadenpreis 2020 gewonnen und hat nun Ende September eine Anerkennung beim Bundespreis UMWELT & BAUEN erhalten. Herzlichen Glückwunsch! Mehr über letzteren Preis und welche anderen Projekte dort ausgezeichnet wurden erfahren Sie in unseren News auf Seite 26.

Ressourcenschonende Grüße

Ihre Julia Ciriacy-Wantrup
Chefredakteurin QUARTIER