Ausgabe 1.2018

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Wohnraumgestaltung – Intelligente Raumkonzepte für kompaktes Wohnen
Um möglichst viel Wohnraum bei einem bestimmten Platzangebot unterzubringen, können die Wohnflächen kompakt gehalten werden. Das bedarf aber wohl überlegter bzw. intelligenter Raumkonzepte. Was aber bedeutet in diesem Zusammenhang der Begriff „intelligent“ überhaupt? Wird es im heutigen Sprachgebrauch als Synonym für große geistige Begabung verstanden, leitet sich der lateinische Wortursprung „intellegens“ vom Verb „intellegre“ – erkennen/verstehen, aber auch: zwischen etwas wählen – ab. Ein intelligentes Raumkonzept erkennt und versteht demnach die Bedürfnisse seiner Zielgruppe und wählt aus den verschiedenen Möglichkeiten zur Befriedigung die Maßnahmen aus, die im vorgegebenen Rahmen machbar sind. Das Konzept von gutem Wohnen hört auch nicht an der Wohnungstür auf, sondern muss viel weiter gedacht werden. Ein intelligentes Raumkonzept muss deshalb auch das Umfeld mit einbeziehen und sollte eine selbstständige Haushaltsführung für alle Personengruppen, wie Familien, Singles, Senioren und Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung, ermöglichen.

REALISIERTE OBJEKTE
Wohnen im Schwedler Carré in Frankfurt – Ganzheitlich und wertig
Auf einem ehemaligen, seit Jahren brachliegenden Bahngelände wurden seit 2007 im Auftrag von Max Baum Immobilien Bürogebäude, Gewerbeflächen und eine Kita gebaut. Drei Architekturbüros realisieren die Wohnbebauung, von der der erste Bauabschnitt schon fertiggestellt ist.

STÄDTEBAU & QUARTIERSENTWICKLUNG
Einzelhandel und Wohnen – Gut gemischt und nachverdichtet
In vielen Städten besteht ein Mangel an Wohnraum. Meist fehlen für neue Gebäude aber die Flächen oder diese sind durch andere Nutzungen wie dem Einzelhandel belegt. Eine Aktivierung dieser Flächen nimmt viel Zeit in Anspruch und ist meist aufwendig – lohnt sich aber!

ENERGIE, TECHNIK & BAUSTOFFE
Strom und Wärme – Individuelle Energielösungen für Quartiere
Blockheizkraftwerke, Gaskessel, Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Holzpelletanlagen oder Power-to-Heat? Wer nach der richtigen Technologie für die Energieversorgung von Wohn- oder Gewerbequartieren sucht, hat die Qual der Wahl und sollte Spezialisten zurate ziehen.

Kosten- und energieeffizienter Gebäudeschutz – Innovative Lüftungslösung für Sanierungen
Der Einsatz einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung stellt ein gesundes Raumklima sicher und bedeutet eine sinnvolle Investition zur Erhaltung der Bausubstanz. In Hamburg-Wilhelmsburg wurde eine Seniorenwohnanlage in diesem Sinne beispielhaft saniert – für einen optimalen Lüftungs- und Wohnkomfort.

Sichtbeton – Zusammensetzung, Farbe und Textur
Moderne Materialien wie selbstverdichtender und ultrahochfester Beton (UHPC) sowie Textil‑, Struktur‑, Foto‑, Licht- oder Glasfaserbeton bieten bei Sichtbeton in Verbindung mit der riesigen Palette an Betonzusammensetzungen und Bearbeitungstechniken immer neue gestalterische Möglichkeiten. Dazu gilt es jedoch, die grundlegenden Zusammenhänge bei der Erstellung von Sichtbetonflächen zu kennen und zu beachten.

Planung, Abstimmung, Abnahme – Sichtbeton im Wohnungsbau
Sichtbeton bzw. sichtbar belassene Betonflächen werden zunehmend auch im modernen Wohnungsbau eingesetzt, sei es aus optischen Gründen oder um Kosten zu sparen. Dem Planer kommt bei diesem Baustoff bei der Beratung des Bauherrn, der Planung, Koordination und Bauüberwachung eine besondere Bedeutung zu.

INTERVIEW
Im Gespräch mit Prof. Volker Halbach – Wohnen am Hubland
In Würzburg wandelt sich das Gelände einer ehemaligen US-Kaserne zum neuen Stadtteil Hubland. Die Wohnbebauung, die Prof. Volker Halbach, Geschäftsführer von blauraum Architekten, dort für die Stadtbau Würzburg GmbH geplant hat, fügt sich nicht nur optimal in den vorhandenen Freiraum ein. Die Bauweise ist zudem äußerst langlebig – und das bei einem engen Kostenrahmen.

BAUKOSTEN & FINANZIERUNG
Wohnraumlüftung – Wirtschaftlichkeit zentraler und dezentraler Systeme
Ob zum Feuchteschutz oder für eine gute Luftqualität: Wohnraumlüftungstechnik ist gerade bei Mehrfamilienhäusern mittlerweile Standard. Doch bei welchen Voraussetzungen eignen sich welche Systeme und wie verhält es sich mit den Kosten?

RECHT & STEUERN
Erbbaurecht im Wohnungsbau – Königsweg oder Notlösung?
In Deutschland setzen Städte und Gemeinden wieder verstärkt auf das Erbbaurecht, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und Bodenspekulationen zu vermeiden. Doch auch für denjenigen, der auf diesen Flächen baut, ergeben sich Vorteile.

Denkwürdig

Liebe Leserin, lieber Leser,
„Bezahlbaren Wohnraum schaffen“ – das sind Schlagworte, die uns derzeit ständig unterkommen. Zum Glück tauchen sie immer öfter in Kombination mit dem Anspruch auf, dass die Baukosten für Wohnbauprojekte zwar niedrig gehalten werden müssen, darunter aber die Wohnqualität und Attraktivität nicht leiden darf. Das haben wir uns auch für unser Fachmagazin QUARTIER auf die Fahnen geschrieben, von der Sie die erste Ausgabe in den Händen halten.

Wie schön, dass es aus der Vergangenheit wegweisende Beispiele gibt, wie man den oben genannten Forderungen begegnen kann. Eines wurde in diesem Jahr sogar zum Kulturdenkmal erhoben. Die baubiologische Siedlung „Schafbrühl“ in Tübingen war bei ihrer Fertigstellung 1985 die erste ökologische Siedlung im Geschossbau mit Sozialwohnungen in Europa. Die Architekten Joachim Eble, Burkhard Sambeth, Gottfried Haefele und Wolfgang Oed haben damals Pionierarbeit geleistet und ein Ensemble geschaffen, das sich in die regionale Bauarchitektur einfügt und den sozialen Austausch der Mieter fördert. Mit passiver Solararchitektur, der Wahl von baubiologischen Baustoffen, autofreien Innenhöfen mit Spielbereichen, Mietergärten und einem Teich als Teil des Siedlungswasserkonzeptes standen die ökologischen Ansprüche ganz weit oben. Gute Voraussetzungen für die Mieter, sich dort wohl zu fühlen, deren Wohnungen in den ersten 15 Jahren der Sozialbindung unterlagen.

Natürlich herrschten vor 33 Jahren andere Bedingungen für den Wohnungsbau, als sie das heute tun. Doch es lohnt sich, sich von positiven Beispielen inspirieren zu lassen, von denen Sie in jeder Ausgabe von QUARTIER einige finden werden.

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen

Ihre Julia Ciriacy-Wantrup
Chefredakteurin QUARTIER