Städtebau & Quartiersentwicklung
News (2.2026): BEWEGT – Die Energiewende-Gesellschaft – ZIA-Frühjahrsgutachten – Kreislauffähiger Holzbau
Foto (Header): © Christian Pauschert – stock.adobe.com
Auszug aus:
QUARTIER
Ausgabe 2.2026
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Inhalte des Beitrags
- Webportal zur Vernetzung von Forschungsprojekten: BEWEGT – Die Energiewende-Gesellschaft
- Neue Förderung: Optimierung, Sanierung und Klimaanpassung
- Hintergrundbericht der TUM: Brandschutzlösungen bei Elektroinstallationen im Holzbau
- Eine Einordnung von Sponsorenseite: ZIA-Frühjahrsgutachten
- Neues Kompendium vom Informationsdienst Holz: Holzbauplanung
- Buchvorstellung: Kreislauffähiger Holzbau
BEWEGT – Die Energiewende-Gesellschaft
Webportal zur Vernetzung von Forschungsprojekten
BILD: FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR SYSTEM- UND INNOVATIONSFORSCHUNG
Das Energiesystem klimaneutral umzubauen hat sowohl technische als auch gesellschaftliche Implikationen. Daher untersuchen zahlreiche Forschungsprojekte neben technologischen Innovationen auch Aspekte wie Teilhabe, Bezahlbarkeit, Resilienz und demokratische Ausgestaltung. Das neue Forschungsvorhaben „BEWEGT – Die Energiewende-Gesellschaft“ vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) vernetzt und begleitet zahlreiche Forschungsprojekte im Förderschwerpunkt „Energiewende und Gesellschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Auf dem neuen Webportal können Interessierte aus Politik, Wirtschaft, Kommunen, Gesellschaft und Medien Projekte, Publikationen, Ansprechpersonen und Veranstaltungen zu wichtigen gesellschaftsbezogenen Aspekten der Energiewende finden. Neben offenen Stichwortsuchen kann auf dem Portal nach zwölf Themen von A wie Akzeptanz bis W wie Wärmewende recherchiert werden.
Das Portal gewährt Einblicke in 35 Forschungsprojekte. Darunter ist etwa das Projekt „Scheitern als Chance“, bei dem es um die Frage geht, warum Energiewendeprojekte scheitern und was man daraus lernen kann. Vier Steckbriefe präsentieren die Fallstudien. Weitere Projekte zeigen in ihren Publikationen Möglichkeiten zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung auf oder nehmen regionale Themen in den Blick, wie etwa eine Untersuchung zu nicht-technischen Herausforderungen in der Transformation der thüringischen Industrie.
Für Fragen zu gesellschaftsbezogenen Aspekten der Energiewende ermöglicht die Experten-Suche eine schnelle Kontaktaufnahme zu rund 100 interdisziplinären Fachleuten, deren Expertise so vielfältig ist wie die Energiewende selbst. Sie können auf der Seite thematisch und nach Forschungseinrichtungen für Interviews oder als fachliche Ansprechpersonen recherchiert werden. Auf dem Portal lassen sich Publikationen finden, aber ebenso weitere Medien, wie einen Erklärfilm aus dem Projekt „InWaMod“, der aufzeigt, wie das Mieter-Vermieter-Dilemma in der Wärmewende durch ein Teilwarmmietenmodell aufgelöst werden kann. Auch Online-Tools und Dashboards zum Thema Energiewende und Gesellschaft sind dabei, etwa ein Tool zur Überprüfung der Stromverbräuche im eigenen Haushalt aus dem Projekt „ProSuffizienz“. Eine interaktive Karte (Dashboard Regionale Energiewende) aus dem Projekt „Info-EW“ bietet zentrale Kennzahlen, Trends und Hintergründe der Energiewende auf Landkreisebene und zeigt mögliche Effekte von drei Szenarien im Vergleich.
Der Newsletter „Wer BEWEGT die Energiewende?“ soll die Forschungscommunity, Medienvertreter und interessierte Akteure aus Praxis und Politik über Neuigkeiten aus dem Forschungsbereich „Energiewende und Gesellschaft“ informieren. Seit Februar 2026 erscheint er dreimal im Jahr.
Das Projekt, das im Energieforschungsprogramm des BMWE gefördert wird, läuft bis Mitte 2029. Ziel von BEWEGT ist es laut den Instituten, Forschende aus ganz Deutschland zu vernetzen, übergreifende wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenzufassen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Anschaulich aufbereitet sollen diese Empfehlungen dazu beitragen, die Sichtbarkeit und Wirkung der Forschung zu „Energiewende und Gesellschaft“ in Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft zu stärken.
Mehr unter: www.energiewende-gesellschaft.de
Optimierung, Sanierung und Klimaanpassung
Neue Förderung
BILD: BBSR
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine neue Förderrunde seines Innovationsprogramms Zukunft Bau gestartet. Gefördert werden Forschungsprojekte mit Schwerpunkt im Hochbau, die Antworten auf zentrale Herausforderungen des Bauwesens liefern – von steigenden Baukosten bis hin zum Klima- und Ressourcenschutz.
Gefragt sind vor allem interdisziplinäre Forschungsverbünde aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Praxispartnern wie Unternehmen sowie Planungs- und Architekturbüros. Sie sollen gemeinsam neue Ansätze entwickeln sowie wissenschaftliche und bauliche Expertise miteinander verbinden.
Thematisch ist die Förderung offen für Projekte, die das Bauwesen nachhaltiger und zukunftsfähiger machen. Besonders im Fokus stehen in dieser Förderrunde zwei Themen: prozess-, kosten- und qualitätsoptimiertes Bauen und Sanieren sowie Klimawandel, Klimaanpassung und Ressourcenschonung unter besonderer Berücksichtigung der Kostenwirkung.
Projektskizzen für Forschungsvorhaben können bis einschließlich 1. September 2026, 24:00 Uhr eingereicht werden.
Mehr unter: www.zukunftbau.de/foerderung
Brandschutzlösungen bei Elektroinstallationen im Holzbau
Hintergrundbericht der TUM
BILD: TUM
Elektroinstallationen sind ein fester Bestandteil moderner Gebäude – auch im Holzbau. Gleichzeitig stellen sie besondere Anforderungen an Planung und Ausführung, wenn Bauteile brandschutztechnische Anforderungen erfüllen müssen. Ein neuer Hintergrundbericht der Technischen Universität München (TUM) fasst hierzu den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik zusammen.
Die Publikation „Brandschutzlösungen bei Elektroinstallationen im Holzbau“ erläutert die wissenschaftlichen Grundlagen zur Integration elektrischer Installationen in Holz- und Holzwerkstoffbauteilen. Neben Erkenntnissen aus Forschungsprojekten werden auch Anforderungen aus Normen, Richtlinien und Verordnungen sowie bewährte Ausführungsvarianten aus der Praxis dargestellt. Ziel ist es, Planenden und Ausführenden eine fundierte Grundlage für die brandschutzgerechte Planung von Elektroinstallationen im Holzbau zu bieten.
Zum Herunterladen unter: www.informationsdienst-holz.de
ZIA-Frühjahrsgutachten
Eine Einordnung von Sponsorenseite
BILD: BHRE/LEONIE LORENZ
Das Mitte Februar 2026 vorgestellte Frühjahrsgutachten der „Immobilienweisen“ legt einen Strukturwandel der Immobilienmärkte nahe – insbesondere in den Innenstädten. Sinkende Neubautätigkeit, veränderte Arbeitsmodelle und ein wachsender Bedarf an Nutzungsmischung deuten darauf hin, dass sich die Zukunft der Stadt sich wohl im Bestand mitentscheidet.
„Die Analyse der‚ Immobilienweisen‘ zeigt: Innenstädte verdienen neue Antworten“, äußert sich dazu Marcel Wnendt, CEO der Bayerischen Hausbau Real Estate (BHRE) und Sponsorin des Gutachtens. „Gefragt sind Gebäude, die flexibel genutzt werden können – von Arbeiten in kleineren, anpassungsfähigen Einheiten über Dienstleistungen, Gesundheits- und Freizeitangebote bis hin zu Gastronomie. Wenn wir leerstehende Büroflächen zügig neu nutzen wollen, müssen Genehmigungsverfahren einfacher, verlässlicher und schneller werden – und sich stärker an den realen Möglichkeiten des Bestands orientieren.“
Dass solche Konzepte funktionieren, würden dem sponserndem Unternehmen nach paar Projekte der BHRE verdeutlichen: Mit der Ansiedlung eines Fitnessanbieters in zentraler Innenstadtlage beispielsweise habe eine ehemalige Einzelhandelsfläche neu belebt und um ein frequenzstarkes, alltagsnahes Angebot ergänzt werden können. Solche Nutzungen trügen dazu bei, Innenstädte auch jenseits klassischer Handelszeiten attraktiv zu halten. „Die Immobilienwirtschaft kann ihren Beitrag zur Transformation der Innenstädte leisten“, so Wnendt weiter.
„Voraussetzung ist jedoch ein politischer und regulatorischer Rahmen, der Umnutzungen ermöglicht statt verzögert. Wenn wir Leerstände abbauen und Städte resilienter machen wollen, braucht es genau diese schnelleren, flexibleren und verlässlichen Prozesse.“
Mehr unter: www.hausbau.de
Holzbauplanung
Neues Kompendium vom Informationsdienst Holz
BILD: HOLZBAU DEUTSCHLAND INSTITUT E. V.
Der moderne Holzbau weist spezifische Eigenschaften auf. Durch einen hohen Vorfertigungsgrad, industrielle Produktionsprozesse sowie eine enge Verzahnung von Planung und Ausführung ergeben sich besondere Anforderungen an Planungsabläufe sowie die Koordination und Zusammenarbeit der Projektbeteiligten.
Mit Blick auf Architekten, Ingenieure und Fachplaner beschreibt das das Kompendium laut Verleger im Detail deren jeweiligen Rollen sowie deren Kompetenzen. Es möchte für die Planung von Holzbauprojekten fachliche Orientierung bieten und zugleich als ein Nachschlagewerk verstanden werden. Auch Planungsprozesse sollen sich mit seiner Hilfe transparent, effizient und qualitätsorientiert gestalten lassen.
Behandelt werden auf 156 Seiten grundlegende Planungsprinzipien, Produktionswissen, der Einsatz von Building Information Modeling (BIM), die Bedeutung von Bauteilkatalogen, die Koordination von Nahtstellen zwischen Gewerken sowie Fragen der Ausschreibung, Vergabe und Objektüberwachung. Ein Schwerpunkt liegt auf der frühzeitigen und vollständigen Bedarfsplanung, der konsequenten 3D-Planung sowie der Einbindung von Holzbaukompetenz in allen Projektphasen. Leitgedanken, Grundregeln und Erfolgsfaktoren unterstützen die strukturierte Umsetzung in der Praxis.
Die drei Autoren – Architekt, Bauingenieur und Holzbauplaner – verdeutlichen laut Verleger, dass Projekte nur dann wirtschaftlich und qualitätsgesichert zu realisieren seien, wenn sie von Beginn an holzbaugerecht, integrativ und digital geplant würden.
Zum Herunterladen unter: www.informationsdienst-holz.de
Kreislauffähiger Holzbau
Buchvorstellung
Kreislauffähiger Holzbau
Hrsg.: Stephan Birk, Sandra Schuster
Detail Architecture GmbH
112 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-95553-682-4
54,90 €
BILD: DETAIL ARCHITECTURE GMBH
Holz ist ein zentraler Baustoff für die Bauwende. Der Praxis-Band „Kreislauffähiger Holzbau“ zeigt, wie Gebäude so entworfen und konstruiert werden können, dass sie nach ihrer Nutzung demontiert sowie Materialien wiederverwendet oder hochwertig recycelt werden können. Vermittelt werden Grundlagen und Konzepte wie Scherschichtenmodell, Systemtrennung und Design for Disassembly. Das Buch möchte dabei den aktuellen Stand der Forschung mit Beispielen aus der Praxis vermitteln und kreislaufgerechte Planungs- und Fertigungsprozesse, Geschäftsmodelle und digitale Dokumentation sowie konstruktive Lösungen und die Umsetzung zeitgenössischer Holzbauweisen veranschaulichen. Das Buch erscheint im Juni 2026.
Mehr unter: www.detail.de







