Digitalisierung des Bauwesens: Forschungsprojekt Construct-X

Digitalisierung des Bauwesens: Forschungsprojekt Construct-X

Energie, Technik & Baustoffe

Digitalisierung des Bauwesens: Forschungsprojekt Construct-X

Text: Jens Pottharst | Foto (Header): © CONSTRUCT-X

Effizienzen heben, Produktivität steigern, Nachhaltigkeit sichern – nur drei der großen Herausforderungen für die gesamte Bauwirtschaft. Schon seit vielen Jahren wird Digitalisierung als ein Schlüssel betrachtet, um mehr und schneller planen und bauen zu können. Building Information Modeling ist längst im Markt eingeführt, und etliche Unternehmen können sich heute nicht mehr vorstellen, anders zu planen und zu bauen. Daten sind somit ohne Frage ein weiterer wichtiger Baustoff geworden und von großem Wert. Hier setzt das Forschungsprojekt Construct-X an.

Auszug aus:

     Inhalte des Beitrags

Das neue Forschungsprojekt Construct-X möchte die Nutzung von Daten für und in der Bauwirtschaft massiv vorantreiben. Nicht weniger als 34 Partner aus der Bauwirtschaft, dem Handwerk, der Softwareindustrie sowie aus Forschung und Entwicklung haben sich Construct-X zusammengeschlossen. Sie entwickeln Datenräume, Anwendungen für diese sowie Cloud-Edge-Technologien für die Bauwirtschaft. Auch Grundlagen der Informations- und Datenverarbeitung werden durch Construct-X entwickelt. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung und Festlegung von Standards, Datenmodellen und Klassifikationen, wobei bestehende und bewährte Lösungen mit einbezogen werden. Ein wichtiges Prinzip aller Entwicklungen ist der Open-Source-Gedanke – so sollen grundlegende Lösungen aus Construct-X frei zugänglich sein und sich dadurch vielfältige Anwendungslösungen mit entsprechenden Geschäftsmodellen entwickeln können.

Manufacturing-X Initiative

Construct-X reiht sich ein in die Manufacturing-X Initiative der Bundesregierung, die der zentrale Baustein für den Aufbau von Datenökosystemen zur digitalen Souveränität des Standorts Deutschland ist. Ziel dieser Initiative ist es, Systeme für den einfachen, sicheren und skalierbaren Austausch von Daten zu schaffen, die allen Beteiligten zugutekommen: den großen Konzernen ebenso wie den kleinen und mittelgroßen Unternehmen des Mittelstands wie auch Start-ups und Gründern.

Construct-X setzt insbesondere darauf, die Produktivität, Effizienz und Transparenz in der Bauwirtschaft und bei Bauprojekten zu steigern. Zudem sollen Aspekte der Nachhaltigkeit und der Ressourcenschonung wirksam eingelöst werden. Auch dafür ist die konsequente Nutzung von Daten ein wesentlicher Faktor, der bislang in der vielfältigen und heterogen organisierten Bauwirtschaft nur teilweise eingesetzt werden konnte. Construct-X will einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass künftige Investitionen in Planung, Bau und Betrieb von Bauwerken der Infrastruktur und des Hochbaus deutlich mehr und besseren Output erzielen.

1 | Info-Grafik: Datenraum
BILD: CONSTRUCT-X

Digitalisierung des Bauwesens: Forschungsprojekt Construct-X

Construct-X
BILD: CONSTRUCT-X

Anwendungsfälle

Das Konsortium von Construct-X nimmt sich dafür praxisrelevante Anwendungsfälle vor, die durch konsequente Nutzung von Daten und den reibungslosen Austausch von (maschinenlesbaren) Informationen große Gewinne versprechen. Ein Anwendungsfall ist beispielsweise die Baupreisermittlung, die heutzutage vielfach ein sog. „Zombie-Prozess“ ist: halb digitalisiert, halb manuell organisiert über ausgedruckte Listen, über Einzelabfragen und etliche Telefonate zur Ermittlung von Preisen und Konditionen von Baumaterialien, Maschinen, Rohstoffen und anderen Ressourcen, die es fürs Bauen braucht. Die Idee ist: All diese Informationen finden sich im Datenraum und können schnell und verlässlich abgerufen und weitergegeben werden. Damit mit den Daten kein Schindluder getrieben wird, werden hohe Standards für Datensicherheit und Datensouveränität entwickelt und implementiert. So ist ein Grundsatz für den Aufbau des Datenraums: Jeder behält die Hoheit über seine Daten – er kann bestimmen, wer, wann, in welchem Maße und Zeitraum diese für welche Zwecke genutzt werden dürfen.

Construct-X entwickelt derzeit die maßgeblichen Grundlagen und wird noch in diesem Jahr Ergebnisse und erste Einblicke in Anwendungen bieten, auch eine Testumgebung wird zugänglich sein. Auf Messen und Veranstaltungen wird Construct-X darüber informieren, in Kürze sollen zudem Newsletter und eine umfangreiche Website gelauncht werden. Erste Informationen und die Anmeldung zum Newsletter sind unter construct-x.org möglich, auch der LinkedIn-Kanal von Construct-X informiert bereits über Projekt, Inhalte und Termine.

Über Construct-X
Construct-X wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und der Europäischen Union und ist Teil der EU-Initiative IPCEI-CIS, Important Project of Common European Interest – Next Generation Cloud Infrastructure and Services. Construct-X ist damit Teil der EU-Strategie zur Stärkung der digitalen Souveränität Europas.

Der Autor


Jens Pottharst
Jens Pottharst leitet das Arbeitspaket Vernetzung und Transfer von Construct-X. Er hat in Kiel, Glasgow und Dresden Wirtschaftswissenschaften, Politik und Soziologie sowie Maschinenbau studiert und ist an der Deutschen Journalistenschule zum Redakteur ausgebildet worden.

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