Ausgabe 4.2022

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Flachdächer und Dachterrassen im Holzbau – Einflussgrößen auf die Schalldämmung
Bei der Planung von modernen Büro- und Wohngebäuden ist vor allem im Bereich der mehrgeschossigen Bauweise i. d. R. ein Flachdach oder ein flach geneigtes Dach mit ausgebautem Dachgeschoss vorgesehen. Im Bereich des Schallschutzes variieren die Ansprüche je nach Ausführung und Nutzung des Dachelements als reines Dachelement oder als begehbare Dachterrasse. Das ift Rosenheim hat in einem Projekt die Einflussgrößen auf die Schalldämmung untersucht und als Ergänzung zur DIN 4109 Planungsunterlagen zur Verfügung gestellt.

REALISIERTE OBJEKTE
Dorf in der Stadt – Baugemeinschaftsprojekt im Prinz-Eugen-Park in München
In München wurde Deutschlands bis dato größte Holzbausiedlung errichtet. Dabei sticht ein Projekt hervor, das aus konventionellen Zeilenbebauungen und monotonen Reihenhausformationen ausgebrochen ist. Als „Dorf in der Stadt“ ist es dort gelungen, die ruralen Bezüge gelebter Nachbarschaften mit einem großstädtischen Lebensgefühl zu vereinen.

STÄDTEBAU & QUARTIERSENTWICKLUNG
Feedback aus erster Hand – Ermittlung von Kundenbedarfen
Aktuelle Trends und Themen der Stadtentwicklung vor Ort identifizieren, Beratungsbedarfe ermitteln, eigene Kompetenzen optimieren – mit diesen Zielen befragte die ProjektStadt, Marke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW), von ihr betreute Kommunen mit Schwerpunkt in Hessen und Thüringen. Die Ergebnisse nutzt das Team um Markus Eichberger, um zukünftige Handlungsfelder zu lokalisieren und die eigene Expertise weiter auszubauen.

ENERGIE, TECHNIK & BAUSTOFFE
Schallschutz im Wohnungsbau  – Vorgehängte hinterlüftete Fassaden
Das stetige Wachstum urbaner Lebensräume sorgt für immer mehr Verdichtung von Wohnraum. Diese Entwicklung ist mit einer zunehmenden Lärmbelastung für weite Teile der Bevölkerung verbunden. Daher wird der Schallschutz von Gebäuden und deren Außenwänden immer wichtiger. Vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) tragen maßgeblich zur Verbesserung des Schallschutzes bei.

Fassadengestaltung – Naturstein auf WDVS
Das neu erbaute Wohnhaus, das die Baulücke in der Fichtestraße 11 in Erlangens Altstadt schließt, ist ein Hingucker. Die moderne Natursteinfassade ist nur durch bodentiefe Fensterflächen und Loggien unterbrochen. Die effektvoll verbauten Natursteinplatten bestechen nicht nur optisch, sondern bilden zugleich den Abschluss auf einem mineralischen Wärmedämm-Verbundsystem – eine ideale Kombination aus Nutzen und Ästhetik.

Innovative Regenrückhaltung – Goethequartier in Offenbach
Auf einer 1,8 ha großen, jahrelang brachliegenden Gewerbefläche in Offenbach am Main ist vor wenigen Monaten das Goethequartier als bislang größtes Wohnungsbauprojekt der Stadt fertiggestellt worden. Die durch die Wohnkompanie Rhein-Main gebaute, mittlerweile der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte I Wohnstadt gehörende Anlage umfasst eine kompakte Blockrandbebauung mit 259 Wohnungen und zusätzlich sieben Stadtvillen im begrünten und verkehrsfreien Innenhofbereich des Grundstücks. Komplettiert wird das Angebot durch einen Supermarkt, Büros, eine Kindertagesstätte sowie durch eine Tiefgarage mit 274 Stellplätzen.

Der passende Dämmstoff – Begrüntes Umkehrdach mit Retention
Die Folgen des Klimawandels sind spürbar: Sommer werden heißer, Extremwetterereignisse häufiger. Um die Folgen von Starkregen abzumildern, etwa Kanalisationen zu entlasten, setzen immer mehr Kommunen, Architekten und Planer auf Retentionsdächer. So auch die Kondor Wessels NRW GmbH, Bauherrin vom Solinger Wohnprojekt „O-Quartier“. Sie beauftragt die Jürgen Paust GmbH mit der Realisierung eines begrünten Umkehrdachs mit Retention auf WU-Beton für die Dachflächen der sechs Wohnblöcke. Der richtige Dämmstoff ist hier von besonderer Bedeutung.

Essbarer Park statt parkende Autos – Grønttorvet-Park Kopenhagen, Dänemark
Am Standort des früheren Großmarkts für Gemüse, Obst und Blumen mit dem Namen Grønttorvet im Stadtteil Valby, Kopenhagen, entsteht bis 2025 ein moderner Wohnbezirk mit rund 3.000 gemischt genutzten Wohnungen, Läden, Cafés und Büroflächen. Grünes Herzstück ist der 23.000 m² große Grønttorvet-Park, unter dem sich eine rund 9.000 m² große Tiefgarage verbirgt. 250 Obstbäume erinnern an die frühere Nutzung und schmecken den Bewohnern im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie dürfen von den Parkbesuchern abgeerntet werden.

KOSTEN & FINANZIERUNG
Entwicklung von Gewerbeimmobilien – Wirtschaftlichkeit der Holzhybridbauweise
Für Immobilienentwickler ist die Entwicklung von Gewerbeimmobilien in Holzhybridbauweise im aktuellen Marktumfeld wirtschaftlich. Der durchschnittliche Trading-Profit für Holzhybridgebäude fällt in der Wirtschaftlichkeitsanalyse mit 15,1 % höher aus als für konventionelle Objekte (13,1 %). Das zeigt eine durch die OFB Projektentwicklung (OFB) unterstützte Untersuchung der Technischen Universität Darmstadt und der Technischen Universität Kaiserslautern.

INTERVIEW
Im Gespräch mit Svenja Sophie Jürgens & Klaus Zahn: Klimapositiv bauen mit System
Für den Gebäudebestand ist immer wieder die Rede vom Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Doch welche Potenziale gibt es zur CO2-Reduktion, um nicht nur klimaneutral, sondern klimapositiv mit Blick aufs Ganze zu bauen? Wir sprechen darüber mit Svenja Sophie Jürgens, Projektleitung bei Cradle One, und Klaus Zahn, Projektentwickler und Architekt für Cradle One, die auch erklären, welche Aspekte darüber hinaus für ein ganzheitliches Konzept berücksichtigt werden sollten.

RECHT & STEUERN
Baulandmobilisierungsgesetz – Wohnraumförderung und Steuerbegünstigung zur Förderung des Mietwohnungsneubaus
Das Baulandmobilisierungsgesetz soll Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt mehr Möglichkeiten zur Einflussnahme schaffen, insbesondere durch ein Vorkaufsrecht, ein Baugebot oder durch einen Genehmigungsvorbehalt für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Doch wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung in den Bundesländern, und lassen sich inzwischen positive Entwicklungen im Hinblick auf eine beabsichtigte Schaffung von Wohnraum erkennen?

Sonnige Aussichten

Dass wir alles in Bewegung setzen müssen, um den Fokus auf Versorgungsquellen im Bereich der erneuerbaren Energien zu setzen, steht außer Frage. Offensichtlich sehen das viele Privathaushalte genauso, denn ein Viertel der deutschen Hauseigentümer plant in den kommenden sechs bis zwölf Monaten die Installation einer eigenen Photovoltaik-Anlage. Das ist das Ergebnis einer Erhebung, die Solarwatt gemeinsam mit dem Hamburger Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt hat. 25 % der Haushalte, die bisher keine eigene Photovoltaik-Anlage nutzen, wollen allerdings schon in den kommenden zwölf Monaten auf eine Versorgung mit sauberem Solarstrom umsteigen. Das sind sonnige Aussichten – vorausgesetzt, dass diese hohe Nachfrage bedient werden kann.

Große Reserven zur Energieversorgung liegen auch in der Nutzung von Fassadenflächen. In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprojekt „Solar-VHF“ untersuchen u. a. das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) und das Institut für Solarenergieforschung (ISFH), wie sich Solarthermie und vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) als Wärmetauscher kombinieren lassen. Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V. ist Netzwerkpartner im Forschungsprojekt und unterstützt die Vorbereitung und Umsetzung von Pilotfassaden im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Das Projekt läuft bis September 2024. Wir sind gespannt: Die ersten konkreten Ergebnisse sollen noch 2022 veröffentlicht werden.

Die Kombination von Solar und Dachbegrünung wird zwar schon seit Jahrzehnten in verschiedenen Varianten praktiziert, dennoch sind sogenannte „Solar-Gründächer“ längst noch keine Selbstverständlichkeit. Viele Bauherren, Planer und Ausführenden haben noch Vorbehalte gegen eine Kombination oder wissen gar nicht, dass diese möglich ist. Wenn bestimmte Grundregeln beachten werden, funktioniert die Kombination aber sehr gut. In unserer Ausgabe 5.2021 hat Dr. Gunter Mann, Präsident und Geschäftsführer des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG), dazu spannende Fachinhalte zusammengestellt. Auch der BuGG-Fachkongress „Solar-Gründach“ widmet sich am 20. und 21.10.2022 diesem Thema. Das wäre sicher eine Reise nach Berlin wert – nach aktuellem Stand findet der Kongress aber auch gleichzeitig online statt.

Sonnige Grüße

Ihre Julia Ciriacy-Wantrup
Chefredakteurin QUARTIER