Ausgabe 2.2018

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Mehrgeschossiger Holzbau – Holz hat Hochkonjunktur
Holz hat sich längst zum Hightech-Baustoff entwickelt. Davon zeugen heute außergewöhnliche Gebäude aller Art. Dass der mehrgeschossige Holzbau auch in der Stadt boomt, liegt aber vor allem an der Klimafreundlichkeit des Materials und dessen Eignung für urbane Verdichtung. 40 % des gesamten EU-Energieverbrauchs gehen auf den Bausektor zurück. Vor diesem Hintergrund gewinnt der moderne Holzbau im Rahmen der Notwendigkeit, ressourcenschonend, energieeffizient und klimafreundlich zu bauen, an Bedeutung. Denn zur Errichtung von Gebäuden aus Holz wird nur wenig „Graue Energie“ benötigt, d.h. die Summe der Energie, die zur Herstellung, zum Transport und zur Entsorgung eines Produkts benötigt wird. Eine Studie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) kam bei Holzbauten auf ein Einsparpotenzial von 30 bis 70 % gegenüber anderen Gebäuden. Gute Dienste leistet der nachwachsende Rohstoff außerdem als CO2-Speicher. Summa summarum ermöglicht Holz ein ökologisch ausgerichtetes Bauwesen, das zusätzlich hilft, die Energiewende voranzubringen.

REALISIERTE OBJEKTE
Wohnbebauung in Hybridbauweise – Variable Eleganz
In Berlin-Adlershof haben roedig . shop architekten Mietwohnungen geplant, die durch ihre Zuschnitte den Bewohnern eine variable Nutzung ermöglichen. Mit seiner dunklen Fassade aus Faserzementplatten wirkt die Wohnbebauung sehr elegant und ansprechend – und das bei einer sehr kostensparenden und energetisch sinnvollen Bauweise.

STÄDTEBAU & QUARTIERSENTWICKLUNG
Mitarbeiterwohnen – Zwei Fliegen mit einer Klappe
Ein Bäcker in der Nähe Stuttgarts, ein Hotel auf Usedom oder die Stadtwerke in München – sie alle arbeiten derzeit daran, angesichts angespannter Wohnungsmärkte und einem branchenübergreifenden Fachkräftemangel Wohnungen für die eigenen Mitarbeiter bereitzustellen. Unter dem Begriff „Mitarbeiterwohnen“ bezeichnet dies einen Trend, der in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat.

Umnutzung von Leerstand – Über Donuts, Krapfen und leckere Füllungen
Leerstehende Gebäude können auch ein Geschenk sein: Sie bieten die Möglichkeit, dass durch kluges und weitblickendes Planen und Handeln vitale Quartiere und Orte entstehen. Doch dazu bedarf es gewisser Voraussetzungen.

ENERGIE, TECHNIK & BAUSTOFFE
Thermische Bauteilaktivierung – Potenziale für den Wohnungsbau
In Büro- und Dienstleistungsgebäuden wird die thermische Bauteil oder Betonkernaktivierung seit Jahrzehnten zum „Wegkühlen“ innerer Wärmequellen wie Computer oder Beleuchtung erfolgreich angewendet. Ob das Kühlen und Heizen von Räumen nur mit der Betondecke auch im Wohnbereich möglich ist, wollte die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie wissen. Dazu wurde vor knapp zehn Jahren ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm in die Wege geleitet.

Energieausweis bei Umwidmung und Mischnutzung – Wohnen und Gewerbe
Im Zuge der derzeitigen Bemühungen, Wohnraum zu schaffen, rückt die Mischnutzung verstärkt in den Fokus. Doch was ist bei Energieausweisen zu beachten, wenn es sich um eine derartige Nutzung handelt, d. h. wenn in einem Gebäude sowohl eine gewerbliche Nutzung als auch eine Wohnnutzung vorliegt? Und was passiert, wenn ein Nichtwohngebäude zu einem Wohngebäude umgewandelt wird? Ein Überblick.

INTERVIEW
Im Gespräch mit Daniel Kinz – Qualität im Wohnungsbau
Viele Städte haben es sich zur Aufgabe gemacht, kostengünstige und damit bezahlbare Wohnbauten für Haushalte mit mittleren und geringen Einkommen zu schaffen – doch bleibt dadurch die Qualität auf der Strecke? Daniel Kinz, 1. Vorsitzender des BDA Hamburg, spricht mit uns anlässlich einer Ausstellung in Hamburg über den Qualitätsanspruch im Wohnungsbau.

BAUKOSTEN & FINANZIERUNG
Genossenschaftlicher Neubau in Berlin – Guter Finanzierungsmix
Unerschwingliche Bau- und Grundstückskosten erschweren in der Berliner Innenstadt die Realisierung von neuen gemeinschaftlichen Wohnprojekten. Die 2017 gegründete UCB Blaue Insel eG plant dennoch, 2021 ihr Neubauvorhaben im Quartier Schöneberger Linse zu beziehen. Grundlegende Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung ist ein bunter Finanzierungsmix.

RECHT & STEUERN
Urbane Gebiete – Neues Instrument der Stadtentwicklung
Mit der Einführung der Gebietskategorie „Urbanes Gebiet“ im Mai 2017 sind in städtischen Lagen eine höhere bauliche Dichte und andere Nutzungsmischungen als bisher möglich. Doch wie ist es zu dieser Gesetzesänderung gekommen und wie sind die ersten Erfahrungen damit?

Ausgezeichnet!

Kürzlich ist der Deutsche Holzbaupreis 2019 ausgelobt worden. In der Ankündigung heißt es, „die einzureichenden Bauwerke sollen von hoher gestalterischer Qualität sein“,– neben umweltfreundlichen, ressourcensparenden und wirtschaftlichen Aspekten.

Doch wie misst man gute Qualität in der Architektur, welche Kriterien legt man ihr zugrunde? Unter Qualität versteht doch jeder etwas anderes. Oder gibt es doch einen gemeinsamen Tenor? Lesen Sie sich dazu das Interview mit Daniel Kinz auf Seite 46 durch, wo er u. a. mehr als 70 Meinungen von BDA-Architekten zur Qualität im Wohnungsbau thematisiert.

Wird ein Bauprojekt oder gar das Lebenswerk eines Architekten mit einem Preis ausgezeichnet, ist das ein Statement – und für uns Anlass, sich mit dem Schaffen eines Architekten zu beschäftigen und dieses zu würdigen. Nehmen wir den Pritzker-Preis, wohl die international renommierteste Auszeichnung in der Architektur, den im letzten Jahr der indische Architekt Balkrishna Doshi für sein Gesamtwerk und sein Engagement im sozialen und nachhaltigen Wohnungsbau erhalten hat. Doshi habe einen „tiefen Verantwortungssinn und das Verlangen, für sein Land und dessen Menschen durch authentische Architektur von höchster Qualität einen Beitrag zu leisten“, so das Urteil der Jury. Wie er z. B. mit „Aranya Low Cost Housing“ bewiesen hat, einer bezahlbaren Wohnanlage mit 6.500 Wohneinheiten, die 1989 in Indore gebaut wurde, und in der mittlerweile 80.000 Menschen leben.

Unser Blick fällt automatisch zuerst auf die Finalisten von Wettbewerben oder die Preisträger. Doch auf dem Weg dorthin werden von der Jury viele spannende und interessante Projekte auf „Herz und Nieren“ geprüft und manchmal entscheiden nur Kleinigkeiten, wer am Ende das Rennen macht. Das Wohnprojekt, das wir Ihnen in dieser Ausgabe vorstellen, hat eine Anerkennung beim Deutschen Fassadenpreis 2018 für VHF bekommen – doch nicht nur deswegen lohnt es sich, dieses etwas näher anzuschauen!

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen

Ihre Julia Ciriacy-Wantrup
Chefredakteurin QUARTIER