Ausgabe 3.2020

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Energieeffiziente Aufstockung – Stadtentwicklung in ungenutztem Terrain
Mit aufgestockten Gebäuden der Wohnungsknappheit begegnen – das gelang mit der Sanierung eines ganzen Straßenzugs in Berlin und die Aufstockung eines Geschosses in Holzsystembauweise. Das Bauvorhaben zeigt, wie eine mieterfreundliche Sanierung gelingen kann und zugleich energieeffizientes Bauen durch Quartiervernetzung möglich ist.

REALISIERTE OBJEKTE
Gemeinschaftliches Wohnen in Hamburg – Wohnvielfalt im Quartier
Inmitten der HafenCity, direkt am gepflegten Grasbrookpark, hat BBK-3 einen international beachteten Wohnbau errichtet. Vom leistbaren Wohnraum, über eine individuelle Baugruppe und freifinanzierte Wohnungen bis hin zum Gemeinschaftsraum bündelt das Bauwerk alles, was eine lebendige Stadtgestaltung ausmacht. Der skulpturale Baukörper ist ein klares Statement für ein soziales Miteinander und gegen das Luxuswohnen, für das die Hamburger HafenCity lange Zeit stand.

STÄDTEBAU & QUARTIERSENTWICKLUNG
Quartiersentwicklung – Soziale Mischung in Wohnanlagen

Soziale Mischung wird in neuen und bestehenden Wohnquartieren wieder zunehmend erwartet.

Die Gesellschaft wird immer heterogener, der Zusammenhalt erscheint brüchiger. Dabei wäre es zu kurz gegriffen, die soziale Vielfalt nur an der Belegung der Wohnungen festzumachen. Vielmehr muss soziale Mischung in baulicher Vielfalt angelegt werden. Damit beschäftigt sich ein Forschungsprojekt von Zukunft Bau.

INTERVIEW
Im Gespräch mit ASP Architekten – Rosenstein für Stuttgart

Dicht, gemischt, bezahlbar und nachhaltig – das sind die Schlagworte für den neuen Stadtteil Rosenstein, der nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 auf dem ehemaligen Gleisvorfeld entstehen wird. Wir sprechen mit Cem Arat und Markus Weismann von asp Architekten über das Projekt.

ENERGIE, TECHNIK & BAUSTOFFE
Flachdachabdichtung – Planungsfehler erkennen und vermeiden
Je flacher das Dach, desto besser muss es vor eindringendem Wasser geschützt werden. Geschädigte wissen: Reklamationen kosten Zeit, Geld und Reputation. Wir haben die fünf häufigsten Planungsfehler unter die Lupe genommen und zeigen, wie Sie diese vermeiden können.

Wohnungstrennwände in Trockenbauweise – Die Pepitahöfe in Berlin

Der Mangel an Wohnraum insbesondere in deutschen Großstädten ist kein Umstand, den man tatenlos hinnehmen muss. Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie mit durchdachten Konzepten diesem Mangel begegnet werden kann, sind die neuen Pepitahöfe in Berlin Spandau. Die Wohnungstrennwände sind in Trockenbauweise errichtet, was viele Vorteile mit sich gebracht hat.

Brennstoffzellen-Technologie – Energie doppelt nutzen

In Kassel haben Viessmann und die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt ein Pilotprojekt aufgesetzt. Ziel ist es, die Brennstoffzellen-Technologie auch im Bereich der Mehrfamilienhäuser zu etablieren. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend, die wasserstoffgetriebene Kraft-Wärme-Kopplung könnte vor allem bei kleineren Gebäudeensembles eine effiziente Alternative zu herkömmlichen Blockheizkraftwerken sein.

Regenwasser- und Grauwassernutzung – Wasserschleife im Gebäude

Bei Wasserrecycling sieht alles danach aus, als würde sich die politische „Großwetterlage“ gerade ändern. Um Regenwasser droht bereits ein Verteilungskampf. Und Grauwasser, das nur leicht verunreinigte Abwasser, wird auch für Energiesparer attraktiv, denn damit lässt sich neuerdings rentabel Wärme zurückgewinnen.

BAUKOSTEN & FINANZIERUNG
Geförderter Wohnungsbau – Längere Mietpreisbindung durch Erbbaurecht

Überall dort, wo Wohnraum knapp ist und die Mieten steigen, wird schnell der Ruf nach mehr geförderten Wohnungen laut. Doch nach einem bestimmten Zeitraum läuft auch für diese Wohnungen die Mietpreisbindung aus. Dann können sie zu höheren Preisen weitervermietet werden. Wer unbefristet günstige Mieten sicherstellen möchte, sollte deshalb über die Ausgabe von Erbbaurechten nachdenken. Darauf weist der Deutsche Erbbaurechtsverband e. V. hin. Der Bundesgerichtshof (BGH) befasst sich in einem Urteil (2019 – V ZR 176/17) mit dem Thema.

RECHT & STEUERN
CO2-Bepreisung im Gebäudesektor – Ein Baustein für den Klimaschutz

Das Jahr 2019 stand ganz im Zeichen des Klimaschutzes. Das zeigt auch das im letzten Jahr beschlossene Klimaschutzgesetz, welches eine CO2-Bepreisung von Gebäuden beinhaltet. Doch die Immobilienwirtschaft hatte sich bereits seit längerer Zeit intensiv mit einer möglichen CO2-Bepreisung im Gebäudesektor befasst, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Hintergrund ist die Bedeutung des Gebäudesektors für den Klimaschutz. Denn rund 40 % unserer jährlichen CO2-Emissionen entstehen direkt oder indirekt in diesem Sektor.

Virtuell auf Tour

Hamburg, Kassel, Hameln, Würzburg oder Berlin – in dieser Ausgabe
sind wir für Sie wieder quer durch Deutschland unterwegs, um Ihnen
spannende Projekte und Themen vorzustellen.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen lernt man es zu schätzen,
dass es normalerweise einfach möglich ist, neue Orte und schöne
Architektur zu entdecken. Doch derzeit ist alles anders: finstere Zeiten
für Weltenbummler und alle, die sich von besonderen Architekturbeispielen
inspirieren lassen möchten. Das Reisen gestaltet sich
schwierig und auch Veranstaltungen wie die Architektouren der Bayerischen
Architektenkammer können nicht wie vorgesehen durchgeführt
werden.

Die Architektouren sind eine jährlich stattfindende Präsentation von
Architektur in Bayern, bei der immer am letzten Juni-Wochenende
qualitätsvolle Planungen und deren realisierte Ergebnisse aus
den Bereichen Architektur, Landschafts-, Innenarchitektur sowie
Stadtplanung besichtigt werden können. In diesem Jahr lautete das
Motto „Ressource Architektur“ und wie wir mit unserem Gebäudebestand
in Zukunft umgehen. Bleiben in diesem Jahr die Projektbeschreibungen
und virtuellen Rundgänge – die übrigens auch jetzt
noch in der Mediathek auf www.byak.de abrufbar sind. Dass sie kein
Ersatz für die Besichtigungen vor Ort sein können, ist klar. Aber besser
virtuell auf Tour und auch gedanklich „in Bewegung“ als gar nicht!

In diesem Sinne: Keep on moving,

Ihre Julia Ciriacy-Wantrup
Chefredakteurin QUARTIER