Städtebau & Quartiersentwicklung
News (3.2026): Ungünstige Rahmenbedingungen – Projektaufruf für ganz Bayern – Transformation von Quartieren
Foto (Header): © Christian Pauschert – stock.adobe.com
Auszug aus:
QUARTIER
Ausgabe 3.2026
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Inhalte des Beitrags
Ungünstige Rahmenbedingungen
Mitarbeiterwohnungen in Betrieben
Bild: INSTITUT DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT
Rund 9 % der Unternehmen in Deutschland stellen ihren Beschäftigten direkt Wohnraum zur Verfügung, weitere 21 % unterstützen indirekt – etwa durch interne Wohnungsbörsen oder die Übernahme von Maklerkosten. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 826 Unternehmen im Sommer 2025 im Rahmen des IW-Personalpanels. Für viele Unternehmen rechnet sich das: 58 % der Unternehmen berichten, dass Mitarbeiterwohnen die Rekrutierung von Fachkräften erleichtert, 55 % sehen einen Vorteil für die langfristige Bindung. Dennoch planen nur 4 % der Betriebe, in den nächsten fünf Jahren neue Angebote einzuführen. Zwei Drittel der Betriebe nennen ungünstige Rahmenbedingungen für die Anmietung als größtes Hindernis, gut 45 % zögern wegen erwarteter Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern in der Wohnungswirtschaft. Zudem halten fast 40 % den finanziellen und organisatorischen Aufwand für zu hoch.
Dabei ließen sich viele Hürden abbauen. Gerade für kleinere Betriebe könnten Kooperationsmodelle mit der Wohnungswirtschaft den Einstieg erleichtern. Ein großes Potenzial liegt zudem im Wohnungsbau auf Betriebsgrundstücken: Auf Klinikarealen, Industrieflächen oder in leerstehenden Bürogebäuden ließe sich neuer Wohnraum schaffen, ohne andere Wohnungssuchende zu verdrängen. Dafür müssten Kommunen den Wohnungsbau auf Betriebsgeländen jedoch leichter genehmigen.
Kostenloser Download der Studie unter: www.iwkoeln.de
Projektaufruf für ganz Bayern
Modellvorhaben „Leerstand jetzt WOHNEN“
Das Modellvorhaben „Leerstand jetzt WOHNEN“ zeigt, wie aus leerstehenden Gewerbe-, Einzelhandels- oder Bürogebäuden bezahlbarer und innovativer Wohnraum entstehen kann. Fünf Pilotgemeinden setzen bereits Projekte um – sammeln dabei wertvolle Erfahrungen und schaffen Beispiele, die zum Nachmachen anregen.
Mit dem Projektaufruf sollen die Erkenntnisse aus der Pilotphase in die Fläche getragen werden. Bayerns Bauminister Christian Bernreiter erklärt den Ansatz: „Im Fokus steht die Umnutzung bestehender Gebäude – ,Leerstand jetzt WOHNEN‘ wird so zum Reallabor für einfaches Bauen im Bestand – als alternative zum teuren Neubau auf der grünen Wiese. Ziel ist bezahlbares Wohnen durch einfaches und kostengünstiges Bauen, angepasst an die vorhandene Substanz. Wir hinterfragen bestehende Standards und sparen so unnötige Kosten. Hier können wir auch von den Erkenntnissen aus unseren 19 Pilotvorhaben zum Gebäudetyp- e profitieren. Das Modellvorhaben wird durch ein Expertengremium begleitet, das die Kommunen fachlich berät: zum Beispiel zu Schallschutz, Statik, Haustechnik, Brandschutz oder bei der rechtlichen Umsetzung. Finanziell unterstützen wir mit Städtebau- und Wohnraumförderung – hier schnüren unsere Experten ein individuelles Gesamtpaket. Am Ende entstehen wirtschaftliche Lösungen, die im Idealfall auch auf andere Kommunen übertragbar sind.“
Bayerische Städte, Märkte und Gemeinden können sich seit April unkompliziert bewerben – eine kurze Interessensbekundung bei den Sachgebieten 34 – Städtebau oder 35 – Wohnungswesen an der jeweiligen Bezirksregierung reicht aus. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass das Vorhaben den Zielen des Modellvorhabens entspricht und die Voraussetzungen der Städtebau oder Wohnraumförderung erfüllt.
Mehr Informationen zum Modellvorhaben finden Sie unter: leerstand-jetzt-wohnen.de
Transformation von Quartieren
Buch-Neuerscheinung
Urban Transformation Playbook
Hrsg: Urban Lab, supported
by Dark Horse Innovation
Murmann Verlag, 2026
226 Seiten, Broschur
ISBN 978-3867748841
39,00 €
Bild: MURMANN PUBLISHERS GMBH
Wie sieht Stadtentwicklung aus, die nicht über Köpfe hinweg plant, sondern die Menschen mitnimmt? Und welche Werkzeuge brauchen Akteure, um diese Prozesse wirkungsvoll zu organisieren? Das Urban Transformation Playbook des Urban Lab liefert Antworten auf eine der drängendsten Fragen unserer Zeit – und richtet sich an alle, die urbane Transformation nicht nur denken, sondern aktiv umsetzen wollen. Das Urban Lab, einer der innovativsten Stadtlabore Deutschlands, versteht Städte als dynamische Verdichtungsräume, in denen ökologische, soziale und räumliche Herausforderungen aufeinandertreffen. Transformation wird dabei nicht als abstraktes Konzept verstanden, sondern als konkreter Prozess, der im Quartier beginnt – dort, wo globale Krisen auf den Alltag der Menschen treffen und Veränderung unmittelbar erfahrbar wird. In drei Teilen führt das Buch von den Grundlagen über konkrete Methoden bis hin zu einer umfangreichen Toolbox: Vom Verstehen über das Handeln bis hin zu anwendbaren Methoden für die Praxis der Gestaltung von städtischen Räumen. Es richtet sich an Stadtverwaltungen, Planungsbüros, Initiativen, Klimamanager und alle, die Städte als Möglichkeitsräume begreifen. Es ist kein starres Handbuch, sondern eine Einladung: zum Ausprobieren, Weiterdenken und gemeinsamen Gestalten.
Steuerliche Behandlung von Bestandsgebäuden
Leitfaden des Verbands für Bauen im Bestand (BiB)
Der Verband für Bauen im Bestand (BiB) hat einen neuen Leitfaden zur steuerlichen Behandlung von Bestandsgebäuden veröffentlicht. Ziel ist es, eines der zentralen Hemmnisse der Bauwende zu adressieren: mangelnde steuerliche Planungssicherheit bei Sanierung, Umbau und Umnutzung bestehender Gebäude. Der Leitfaden richtet sich an Eigentümer, Projektentwickler, Kommunen, Planer und Steuerberater und bietet eine praxisorientierte Hilfestellung für Steuerfragen für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Gebäudebestands. Neben einer klaren Prozesslogik bietet der Leitfaden Quick-Checks, Vergleichstabellen und Fallbeispiele aus realen Projekten. Damit soll er insbesonder dabei helfen, Investitionsentscheidungen belastbar vorzubereiten und Abstimmungen mit Finanzverwaltung und Förderstellen zu erleichtern.
Der Leitfaden steht kostenfrei zur Verfügung unter: fuerbauenimbestand.de







