Städtebau & Quartiersentwicklung
News (4.2026): Das Berliner Mietshaus – Transformation mutig gestalten – Digitalisierung des Radverkehrs
Foto (Header): © Christian Pauschert – stock.adobe.com
Auszug aus:
QUARTIER
Ausgabe 4.2026
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Das Berliner Mietshaus
Buchvorstellung
Vorbild Berliner Mietshaus
Hrsg.: Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e. V., Tobias Nöfer
WASMUTH VERLAG GmbH, Berlin, 2026
176 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-8030-2229-5
38,00 €
BILD: WASMUTH VERLAG GMBH
Das Buch richtet den Blick auf einen sehr beliebten Bautyp, der über Jahrzehnte seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt hat und dennoch im aktuellen Städtebau kaum eine Rolle spielt. Das Berliner Mietshaus steht für eine Bauweise, die Dauerhaftigkeit, Anpassungsfähigkeit und urbane Qualität miteinander verbindet: robuste Konstruktion, flexible Grundrisse und die Fähigkeit, unterschiedlichste Nutzungen über Generationen hinweg aufzunehmen.
Tobias Nöfer, AIV-Vorstandsmitglied und Mit-Herausgeber des Buchs: „Gerade unter den heutigen Anforderungen an Verdichtung, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung gewinnt dieser Bautyp neue Aktualität. Die im 19. Jahrhundert entwickelten Häuser zeigen, wie sich weitsichtige Investitionen durch lange Lebensdauer, Reparaturfähigkeit und kontinuierliche Anpassung rechtfertigen lassen. Sie verbinden serielles Bauen mit architektonischer Individualität und schaffen zugleich jene urbane Dichte, die eine funktionierende Stadt ausmacht. Dieses Vorbild gilt es auf heutige Bauweisen zu übertragen, um mit vergleichbarer Effizienz und mit ebenso beschränkten Mitteln dennoch schöne Stadt zu bauen.“
Gleichzeitig wird deutlich, dass der Blick auf das Mietshaus bis heute von ideologischen Zuschreibungen geprägt ist, angefangen von der Kritik an der „steinernen Stadt“ bis hin zu aktuellen Debatten um Gentrifizierung. Die Publikation plädiert dafür, den Bautyp neu zu betrachten, als ein konkretes Modell für einen zukünftigen Städtebau.
Das Buch präsentiert die städtebaulichen, architektonischen, ökologischen und sozialen Qualitäten des Berliner Mietshauses und erörtert die Frage, welche Eigenschaften heute als Vorbild dienen können. Die rund 100 Fotografien von Maximilian Meisse werfen einen neuen Blick auf herausragende Beispiele, in Friedenau oder Charlottenburg genauso wie am Prenzlauer Berg oder in Treptow.
Einfach umbauen – Ein Leitfaden
Buchvorstellung
Einfach umbauen – Ein Leitfaden
In Zusammenarbeit mit: Technische Universität München Florian Nagler / Anne Niemann / Tilmann Jarmer (Hg.)
Birkhäuser Verlag, Basel, 2026
128 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-0356-3102-9
44,00 €
BILD: BIRKHÄUSER VERLAG
Die Senkung des Energiebedarfs im Wohnungsbestand Deutschlands ist eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahre. Hierfür bedarf es kostengünstiger und materialsparender Lösungen. Der Ansatz folgt den Prinzipien des einfachen Bauens, d. h. der Einsatz von Technik wird auf ein Minimum beschränkt. Anhand der Analyse von drei Wohnsiedlungen in München wird erklärt, wie das Ziel einer CO₂-Reduktion ohne Steigerung der Warmmiete erreicht werden kann. Der praxisorientierte Leitfaden, der dritte Band zum Thema Einfach Bauen, erläutert anschaulich Prinzipien des einfachen Umbauens Konzepte für das robuste und nutzerorientierte Sanieren von Wohnsiedlungen.
Transformation mutig gestalten
Fachtag Quartiersentwicklung 2026
BILD: BREMER FACHTAG
Wie lassen sich Quartiere angesichts von Klimawandel, Wohnraummangel, Ressourcenknappheit und gesellschaftlichen Transformationsprozessen zukunftsfähig entwickeln? Welche Planungs-, Beteiligungs- und Umsetzungsstrategien haben sich in der Praxis bewährt? Und welche Erkenntnisse lassen sich auf andere Kommunen und Stadtentwicklungsprojekte übertragen? Diesen Fragen widmet sich der Fachtag Quartiersentwicklung 2026 am 02. und 03.09.2026 in Bremen. Unter dem Titel „Transformation mutig gestalten – gemeinwohlorientiert, sozial, ökologisch“ bringt die Veranstaltung Fachleute aus Architektur, Stadtplanung, Wohnungswirtschaft, Kommunalverwaltung, Sozialplanung und Quartiersmanagement zusammen. Im Mittelpunkt stehen der fachliche Austausch, die Diskussion konkreter Lösungsansätze sowie die Besichtigung von drei Quartiersprojekten, die sich in unterschiedlichen Umsetzungsstadien befinden.
Mehr Informationen:
fachtag-quartiersentwicklung.pt-planung.de
Digitalisierung des Radverkehrs
Projekt MegaBITS macht internationale Radverkehrsdaten verfügbar
Digitales Hinweisschild
BILD: MOBYCON
Mit dem offiziellen Start des Cycle Data Space im Januar 2026 schaffte das EU-geförderte Projekt MegaBITS eine europaweite, offene Austauschplattform für Mobilitäts- und Infrastrukturdaten rund um das Radfahren. Als technologische Basis für das Angebot wählte MegaBITS nach einem ausgiebigen Test den Mobility Data Space (MDS), einen vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) geförderten Datenraum für mobilitätsrelevante Daten. „Der MDS ist mit seiner sicheren und erprobten IT-Umgebung und seiner bestehenden Community ein Enabler für unseren Cycle Data Space“, sagt Caspar Van Gheluwe von imec, die das Projekt MegaBITS leitet. „Dort können Datengeber frei entscheiden, wer welche Daten zu welchen Konditionen nutzen darf, und zugleich eröffnet der MDS uns den Zugang zu einer großen Gruppe potenzieller Datennutzer.“
Im MDS lassen sich die Radverkehrsdaten nutzbar machen, ohne einen eigenen Datenraum entwickeln zu müssen. Der Cycle Data Space ist quasi ein Unter-Datenraum innerhalb des MDS. Die Daten sind, aufgrund der dezentralen Architektur des MDS, nicht im Datenraum gespeichert; der Datenaustausch findet peer-to-peer zwischen Datenraumnutzern statt. Mitglieder des Projekts haben also volle Datenhoheit und können entscheiden, ob sie ihre Datensätze zum Beispiel nur innerhalb des Cycle Data Space oder auch für weitere Nutzer des MDS verfügbar machen.
Der Cycle Data Space führt verschiedene Daten zusammen. Dazu gehören Daten zu Radwegen, Verkehrsaufkommen, Unfallschwerpunkten oder zu Sharing-Angeboten für E‑Scooter und Leihräder, zu den Standorten von Ladezonen für E‑Bikes oder Abstellanlagen sowie andere smarte Verkehrsservices für ein intelligentes Radfahren. Solche Daten sowie Angaben zu Baustellen oder Echtzeitdaten über die Wetter- und Luftqualität sollen helfen, das Radfahren sicherer und attraktiver zu gestalten. Mittel- und langfristig soll der Cycle Data Space zur Verbesserung der Radinfrastruktur in Städten beitragen und der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen steigen. Zugleich schafft das Projekt die Grundlage für neue Geschäftsmodelle im Bereich Mikromobilität.
Weitere Informationen:
mobility-dataspace.eu/de







