Ausgabe 6.2020

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Case Study Wien – Wirtschaftliche Umsetzung von Gebäudebegrünung im geförderten Wohnungsbau
Der geförderte Wohnbau hat in Wien eine lange Tradition. In den letzten Jahren neu hinzugekommen ist ein verstärkter Einsatz von Gebäudebegrünung, um den Herausforderungen der Stadtverdichtung und den veränderten städtischen klimatischen Verhältnissen zu begegnen. Kosten und Nutzen dieser Begrünungen sind dabei ein zentraler Aspekt.

REALISIERTE OBJEKTE
Sozialer Wohnungsbau in Hamburg – Gelungene Nachverdichtung
Die städtebauliche Weiterentwicklung in Hamburg soll sich auf absehbare Zeit auf bereits erschlossene Bereiche der Stadt konzentrieren. Deshalb werden fortlaufend Quartiere auf mögliche erweiternde Wohnungsbaupotenziale geprüft. Kunst + Herbert hat in diesem Kontext bereits im Jahr 2014 mit der Planung eines der ersten Nachverdichtungs-Projekte der SAGA Siedlungs-AG im südlich der Elbe gelegenen Stadtteil Harburg begonnen.

Hochhaussanierung – Facettenreicher Neuanfang
Das Areal der Wohn- und Geschäftshausanlage „Rothauer Hochhaus“ liegt an der Kreuzung Villacher Straße/Villacher Ring und somit prominent an der Westeinfahrt zur Klagenfurter Innenstadt im österreichischen Bundesland Kärnten. Die Anlage besteht aus dem 15-geschossigen Hochhaus sowie den angebauten, jeweils 6-geschossigen Mittel- und Südtrakten. In den Sockelzonen befinden sich diverse Geschäftsflächen – weiters verfügt die Liegenschaft über eine Tiefgarage und einen Garagentrakt.

STÄDTEBAU & QUARTIERSENTWICKLUNG
Initiative Wohnen.2050 – Erhöhter Handlungsdruck für die Wohnungswirtschaft durch EU-Klimaziele
Bis 2050 muss der gesamte Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral sein. Das setzt alle Akteure der Wohnungswirtschaft unter Druck. Die Initiative Wohnen.2050 bündelt in diesem Zusammenhang Knowhow und ist eine Plattform für die Zusammenarbeit: Ein erstes Resümee.

INTERVIEW
Im Gespräch mit Peter Küsters – Tool für lebenswerte Städte
Während sich das städtische Wachstum weltweit beschleunigt, werden urbane Gebiete immer sensibler für den Klimawandel. Die Folge sind städtische Wärmeinseln, Luftverschmutzung und Überschwemmungen. Wie diese in Städten plan- und reduzierbar werden, erklärt Peter Küsters, Co-Founder von GREENPASS®, einem standardisierten Planungs‑, Evaluierungs- und Zertifizierungstool für klimaresiliente Stadtplanung und Architektur.

ENERGIE, TECHNIK & BAUSTOFFE
Schallschutz durch Balkonverglasung – Wohnen an der Bahntrasse
Henstedt-Ulzburg liegt im Speckgürtel von Hamburg und ist bekannt für seine gute Verkehrsanbindung in die Hansestadt: Die AKN-Bahn bringt Pendler in einer knappen halben Stunde ins Zentrum Hamburgs. Deshalb wird auch hier Wohnraum immer begehrter. Das neue Stadtquartier Lühmannpark ist eine Antwort darauf. Eine Wohnanlage mit 55 Einheiten bietet nicht nur ca. 4.700 Quadratmeter Wohnfläche, sondern überzeugt auch mit ihrem architektonischen Gesamtkonzept.

Wärmepumpen in Quartiersprojekten – Ein Hebel für die Energiewende
Als Konsequenz des Wohnungsmangels in unseren Städten planen Kommunen neue Stadtteile und Quartiere mit einer möglichst effizienten Energieversorgung. Der mit Abstand größte Hebel dabei ist die Wärmeversorgung. Immer mehr Quartierswohnungen werden deshalb über Nahwärmenetze und Wärmepumpen versorgt.

Elektromobilität im Wohnbau – Sinnvoll für die Zukunft planen
Die Elektrifizierung der Fahrzeugantriebe ist ein großer Trend, der immer weiter zunimmt und den Markt erobert. Damit steigt auch der Bedarf an Ladeinfrastruktur im öffentlichen Bereich, in Unternehmen sowie im Gewerbe- und Wohnungsbau stark an. Sowohl bei Nichtwohngebäuden als auch bei Wohngebäuden wird die Ladeinfrastruktur zukünftig daher ein wichtiges Auswahl- und Verkaufskriterium sein.

Clouth 104 in Köln – Parkhaus der Zukunft
Parkhaus war gestern – in Köln hat jetzt das erste „Mobility-Hub“ geöffnet, das deutschlandweit Schule machen soll: Es bietet Auto- und Radfahrern nicht bloß Stellplätze, sondern ein umfassendes Service- und Mobilitätsangebot ohne Schranken, Tickets oder Kleingeldsuche. Das Betriebskonzept von KairosRed, ParkenPropertyPartner und epay eröffnet auch Immobilieneigentümern und -verwaltern neue Chancen.

BAUKOSTEN & FINANZIERUNG
Garagen- und Stellplatzmanagement im Quartier – Intelligent genutzt
Steigende Baukosten und Mieten, die Flächenkonkurrenz in den Städten, der Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität und das wachsende Bewusstsein, dass eine Verkehrs- und Energiewende unumgänglich ist, führen zu der Diskussion über eine Neuaufteilung und Reorganisation von Raum. Während Staus an der Tagesordnung sind und der Parksuchverkehr in den Innenstädten bis zu einem Drittel des eigentlichen Verkehrs ausmacht, stehen gleichzeitig Stellplätze in Garagen und Parkhäusern leer. Das Stellplatzmanagement stellt einen wichtigen Baustein dar, um diesen Umstand zu beheben.

RECHT & STEUERN
ArchLG und HOAI 2021 – Aktuelle Entwicklungen
Die Rechtsprechung des EuGH (Urteil vom 04.07.2019 Az. C-377/17) hat entschieden, dass die Mindest- und Höchstsätze der HOAI keine Verbindlichkeit haben. Der EuGH verwies dabei insbesondere darauf, dass die Regelung eine unzulässige Beschränkung der Vertragsfreiheit bei den betroffenen Architekten/Ingenieuren darstellen würde. Diese Verbindlichkeit der Mindest- und Höchstsätze verstößt nach dem Urteil des EuGH gegen europäisches Recht. Seit diesem Urteil ist umstritten, wie mit der HOAI und deren Regelungen zur Vergütung bei Alt- und Neuverträgen umzugehen ist.

Gute Aussichten

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, seine nationalen Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 % unter das Niveau von 1990 zu reduzieren. Klimafreundliches Bauen und Wohnen sind dabei im Gesamtkonzept Bausteine, um diese Ziele zu erreichen, genauso wie Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor, wie z. B. die Förderung der Elektromobilität.

Gebäudebegrünung leistet in diesem Zusammenhang einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Bauen. Der Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG) hat mit dem „BuGG-Marktreport Gebäudegrün 2020“ erstmals eine Übersicht der wichtigsten vorliegenden Zahlen zur Dach‑, Fassaden- und Innenraumbegrünung in Deutschland veröffentlicht. Er soll jedes Jahr Politik, Industrie, Baubeteiligte, Medien und alle sonstigen Interessierten mit aktuellen Zahlen zum Gebäudegrün-Markt versorgen. Er steht kostenlos als Download unter www.gebaeudegruen.info zur Verfügung.

Dass die Gebäudebegrünung kein „Nischenprodukt“ mehr ist, zeigt auch unser Titelthema, in dem es um die Begrünung im geförderten Wohnungsbau geht. Die Studie „Green up your City“ analysierte Beispiele mit unterschiedlichen Bebauungstypologien, Finanzierungsformen und Baualtersklassen – und kommt zu dem positiven Ergebnis, dass eine Umsetzung von Bauwerksbegrünung selbst innerhalb des engen Korsetts der Baukostenobergrenzen im geförderten Wohnungsbau möglich ist.

Mit diesen guten Aussichten für Gebäudegrün wünsche ich Ihnen eine spannende Lektüre.

Ihre Julia Ciriacy-Wantrup
Chefredakteurin QUARTIER