News (5.2026): Angespannter Wohnungsmarkt – Wohnen neu denken – Städte als Rohstoffdepots

News (5.2026): Angespannter Wohnungsmarkt - Wohnen neu denken - Städte als Rohstoffdepots

Städtebau & Quartiersentwicklung

News (5.2026): Angespannter Wohnungsmarkt – Wohnen neu denken – Städte als Rohstoffdepots

Foto (Header): © Christian Pauschert – stock.adobe.com

Auszug aus:

Angespannter Wohnungsmarkt trotz sinkendem Wohnungsbedarf

Wohnwetterkarte von BPD und bulwiengesa

BILD: BPD IMMOBILIENENTWICKLUNG GMBH | GEOBASIS-DE/BKG 2026

Zum achten Mal stellen der Projekt- und Gebietsentwickler BPD (Bouwfonds Immobilienentwicklung) und das Analyseunternehmen bulwiengesa ihre gemeinsame Wohnwetterkarte vor. Die aktuelle Studie analysiert die Wohnungsmärkte in rund 11.000 Städten und Gemeinden und zeigt, wo Wohnraumbedarf und Bautätigkeit auseinanderfallen. Die Wohnwetterkarte 2026 weist einen rechnerischen Wohnungsbedarf von rund 288.000 Wohnungen pro Jahr aus. Ausschlaggebend für den Rückgang sind insbesondere die demografische Entwicklung mit sinkenden Geburtenzahlen und geringeren Zuwanderungsprognosen. Gleichzeitig wurden im Jahr 2025 bundesweit lediglich rund 203.000 Wohnungen fertiggestellt. Der Abstand zwischen benötigtem und realisiertem Wohnungsbau bleibt demnach groß.

Regionale Unterschiede
Die aktuelle Wohnwetterkarte zeigt, dass sich die Wohnungsmärkte regional zunehmend unterschiedlich entwickeln. Während sich die Nachfrage stärker auf die Metropolregionen und die großen Verkehrsachsen konzentriert, kühlen viele ländliche Regionen ab. So zeigen u. a. der Schwarzwald, der Raum Ansbach, der Odenwald, Teile Ostwestfalens sowie Regionen wie das Sauerland, die Eifel oder der Bayerische Wald erstmals wieder eine kühlere Entwicklung als in den Vorjahren. Die Ursache liegt vor allem in Bevölkerungsrückgängen.

Wohnungsbau ist Standortpolitik
„Die Wohnwetterkarte macht deutlich, dass sich die Wohnungsmärkte immer stärker ausdifferenzieren. Deshalb sind regionale Analysen wichtiger denn je, um fundierte Entscheidungen für Wohnungsbau und Stadtentwicklung zu treffen“, fügt Felix Embacher, Geschäftsführer bei bulwiengesa, hinzu.

Über die Wohnwetterkarte
Mit der Wohnwetterkarte stellen BPD und bulwiengesa analog zu einer Wetterkarte anhand eines Temperaturgefälles das Verhältnis von Angebot und Nachfrage für jede der rund 11.000 deutschen Städte und Gemeinden dar und geben einen Ausblick auf die nächsten Jahre. Als Indikator dient insbesondere der Bedarf an Wohnungen, der unter anderem mit dem aktuellen Bauvolumen abgeglichen wurde. Je heißer eine Gemeinde, desto größer ist der Wohnraumbedarf bei zu geringer Bautätigkeit.

Zur besseren Lesbarkeit wurde die Farbskala in diesem Jahr um einen Blauton erweitert, um die veränderte Verteilung der Anspannung präziser abzubilden und benachbarte Farbtöne klar zu differenzieren. Dargestellt sind weiterhin 25 Abstufungen über knapp 11.000 Gemeinden. Die Bewertung je Kommune erfolgt im 15-km-Umfeld, um tatsächliche Wohnungsmarktbeziehungen abzubilden.

Weitere Informationen:
www.bpd-immobilienentwicklung.de

Wohnen neu denken

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Städte als Rohstoffdepots

Erstes Materialkataster für Kreislauffähiges Bauen in München

BILD: MADASTER GERMANY

Ressourcen schonen und Abfallmengen reduzieren – diese Ziele verfolgt die Landeshauptstadt München im Rahmen ihres Zero Waste Konzepts. Bis 2035 will die bayerische Metropole die Abfälle aus Münchner Haushalten um 15% und die Restmüllmenge um 35% verringern. Das Konzept umfasst über 100 Maßnahmen in verschiedenen Bereichen, darunter auch den Bausektor. In der dort beschriebenen „Baustoff- Bibliothek für München“ stellt die Erprobung eines Materialkatasters einen wichtigen Meilenstein dar, um die Maßnahme zu prüfen und Möglichkeiten der Nutzung von Gebäudekatastern zu erproben.

Pilotprojekt zeigt zirkuläres Potenzial
In einem Pilotprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Zero Waste Fachstelle der Landeshauptstadt München und dem GeodatenService München im Kommunalreferat das digitale Tool Urban Mining Screener erfolgreich erprobt. Das Ergebnis ist das erste Gebäudematerialkataster für den Stadtteil Feldmoching-Hasenbergl, das künftig flexibel erweitert und auf weitere Stadtgebiete übertragen werden kann.

Insgesamt haben die Experten von EPEA und Madaster im Stadtteil rund 7.500 Gebäude analysiert. Die Auswertung zeigt, dass im untersuchten Gebiet aktuell mehr als 4,4 Mio. t Beton, über 200.000 t Metalle sowie zahlreiche weitere Baustoffe verbaut sind. Diese im Gebäudebestand gebundenen Materialien stellen ein bedeutendes urbanes Rohstofflager dar und werden künftig eine zentrale Rolle für die nachhaltige Rohstoffversorgung der Region München einnehmen.

Weitere Informationen:
https://madaster.de
https://stadt.muenchen.de/infos/zero-waste-fachstelle.html

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