News (1.2026): Bestandsentwicklung oder Neubau – Baustelle Transformation – Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement

News (1.2026): Bestandsentwicklung oder Neubau - Baustelle Transformation - Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement

Städtebau & Quartiersentwicklung

News (1.2026): Bestandsentwicklung oder Neubau – Baustelle Transformation – Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement

Foto (Header): © Christian Pauschert – stock.adobe.com

Auszug aus:

Neue Teilnehmer gesucht

Klimaaktive Kommune 2026

KLIMAAKTIVE KOMMUNE 2026: Neue Teilnehmer gesucht

BILD: DEUTSCHES INSTITUT FÜR URBANISTIK GGMBH

Bis 31. März 2026 werden wieder Deutschlands Klimaaktive Kommunen gesucht. Bewerben können sich Städte, Landkreise und Gemeinden mit erfolgreich realisierten, wirkungsvollen und innovativen Klimaschutzprojekten. Den Wettbewerb Klimaaktive Kommune richtet das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) mit Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit aus. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Gesucht werden ambitionierte, innovative und effektive Maßnahmen zur Vermeidung beziehungsweise Reduzierung von Treibhausgas- Emissionen in Kommunen und Regionen. Die Maßnahmen und Projekte können die thematische Breite des kommunalen Klimaschutzes ausschöpfen: Beispiele sind ressourcen- und energieeffiziente Neubauten oder Sanierungsprojekte, Lösungen für die Verkehrs- oder Wärmewende, Vorhaben zum Ausbau erneuerbarer Energien, Projekte, die Klimaschutz im sozialen Kontext umsetzen etc. Wichtig ist, dass sie entweder abgeschlossen oder so weit realisiert sind, dass bereits Ergebnisse der Vermeidung beziehungsweise Reduktion von Treibhausgas-Emissionen vorliegen.

Bewerbungen sind in vier Kategorien möglich, die sich nach der Art beziehungsweise Größe der Kommune unterscheiden. Ausdrücklich gewünscht sind dabei auch Kooperationsprojekte, bei denen die kommunale Verwaltung mit weiteren Akteuren (z. B. Vereinen, Verbänden, Kammern, Handwerk, Wirtschaft) und/ oder mit anderen Kommunen sowie mit kommunalen Unternehmen zusammenarbeitet. Auch Gemeindeverbände konnten teilnehmen und sich entsprechend ihrer gesamten Einwohnerzahl einer Kategorie zuordnen.

Im Sommer 2026 werden alle Teilnehmenden darüber informiert, ob sie von der Jury für eine Prämierung ausgewählt wurden oder nicht. Ein Ranking wird nicht vorgenommen. Auskünfte beziehungsweise Bewertungen zu den einzelnen Wettbewerbsbeiträgen können nicht gegeben werden.

Die Auszeichnung im Wettbewerb Klimaaktive 2026 ist mit einem Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro je Preisträger dotiert, das wieder in Klimaprojekte zu investieren ist. Die Gewinner werden voraussichtlich im November 2026 auf der Kommunalen Klimakonferenz in Berlin öffentlich bekannt gegeben und ausgezeichnet

Mehr unter: www.difu.de

Bestandsentwicklung oder Neubau

Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

STUDIE DES BUNDESINSTITUT FÜR BAU-, STADT- UND RAUMFORSCHUNG (BBSR): Bestandsentwicklung oder Neubau

BILD: BUNDESINSTITUT FÜR BAU-, STADT- UND RAUMFORSCHUNG (BBSR), MIKE VAN SCHOONDERWALT

Das Forschungsvorhaben „Bestandsentwicklung oder Neubau – Lebenszyklusorientierte Entscheidungsgrundlage für die frühe Phase der Projektentwicklung und das Bauen im Bestand“ des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat zum Ziel, eine Entscheidungsgrundlage für den nachhaltigen Umgang mit Bestandsbauten in den frühen Phasen der Projektentwicklung unter Berücksichtigung aller drei Nachhaltigkeitsdimensionen im Rahmen der Bewertung von Revitalisierungs- und Ersatzneubaumaßnahmen vorzunehmen. Die Entscheidung zwischen Revitalisierungsalternativen eines Bestandsbaus und einem Ersatzneubau wird derzeit primär ökonomisch bedingt. Gesellschaftliche Entwicklungen, Leerstand von Büro-, Handels- und Industrieimmobilien sowie die Klimaziele führen dazu, dass die (Bestands-)Projektentwicklung neben ökonomischen Zielen verstärkt soziale und ökologische Aspekte berücksichtigen muss.

Die Kernthese des Forschungsvorhabens unterstellt, dass zukünftig eine umfangreiche Berücksichtigung aller drei Nachhaltigkeitsdimensionen im Zuge von Bestandsprojektentwicklungen notwendig wird, aus gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht. Es muss ein Umdenken in der Projektentwicklung stattfinden, um den Klimazielen sowie der gesellschaftlichen Verantwortung der Bau- und Immobilienbranche gerecht zu werden.

Durch die Entwicklung eines Entscheidungsunterstützungsmodells wird der Umgang mit Bestandsbauten nachvollziehbarer gestaltet und der Erhalt sowie die zukunftsfähige Weiterentwicklung des Immobilienbestandes werden gefördert.

Zum Herunterladen unter: www.bbsr.bund.de

Wiederverwendung von tragenden Bauteilen

Forschungsbericht von Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und TU München

FORSCHUNGSBERICHT VON KARLSRUHER INSTITUT FÜR TECHNOLOGIE (KIT) UND TU MÜNCHEN: Wiederverwendung von tragenden Bauteilen

BILD: KIT VERSUCHSANSTALT FÜR STAHL, HOLZ UND STEINE

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Technische Universität München (TUM) haben den Forschungsbericht zur Vorbereitung der Wiederverwendung von bestimmten Bauprodukten des Holz- und Stahlbaus veröffentlicht. Der im Bericht enthaltene Leitfaden zeigt Methoden für den Rückbau, die Aufbereitung und die Wiederintegration von Tragwerksteilen aus Stahl und Holz auf und gibt Empfehlungen, wie die Wiederverwendung baurechtskonform umsetzbar ist.

Eine Wiederverwendung tragender Bauteile ist im Bauwesen aktuell nicht vorgesehen. Trotz gehäufter Appelle, unser Verhalten im Zeichen der Klima- und Rohstoffkrise zu überdenken, entspricht die Entsorgung nicht mehr benötigter Bauteile weiterhin dem üblichen Vorgehen. Der überwiegende Teil von Holzbauteilen wird nach dem Abbruch der Verbrennung zugeführt. Stahlschrott aus dem Abbruch wird üblicherweise unter hohem Energieeinsatz eingeschmolzen und zu neuem Stahl recycelt.

Um Ressourcen zu schonen, den Energieverbrauch zu minimieren und Treibhausgasemissionen zu reduzieren, sollte so viel Wertschöpfung wie realisierbar möglichst lange erhalten bleiben. Oberstes Ziel muss es daher sein, Bauwerke zu erhalten. Ist dies im Einzelfall nicht (sinnvoll) realisierbar, ist die Wieder- bzw. Weiterverwendung von gebrauchten Bauteilen in neuen Bauwerken dem Recycling, der thermischen Verwertung oder der Deponierung vorzuziehen.

Der vorliegende Forschungsbericht behandelt die technische Seite der Wiederverwendung von tragenden Bauteilen. Dargestellt werden Inhalte und Vorgehensweise der Bestandsanalyse von verbauten Holz- und Stahlbauteilen sowie die wichtigsten Aspekte eines schonenden Rückbaus. Minimalinvasive Verfahren zur Reklassifikation wieder- oder weiterzuverwendender Bauteile werden erläutert, ergänzt durch Ansätze zur Aufbereitung dieser Bauteile. Zur Ermöglichung einer sicheren Wiederverwendung von tragenden Bauteilen werden Empfehlungen zu Einschränkungen oder zur Anpassung spezifischer Bemessungsregeln gegeben.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen wird ein Leitfaden zur Wiederverwendung tragender Bauteile vorgeschlagen. Dieser bietet ein strukturiertes Vorgehen, das ausgehend von der Bestandsaufnahme vor dem Rückbau anhand von minimalinvasiven Prüfverfahren und reduzierten Aufbereitungsmaßnahmen sowie spezifisch angepassten Bemessungsregeln die sichere Wiederverwendung von tragenden Bauteilen ermöglicht.

Zum Herunterladen unter: publikationen.bibliothek.kit.edu/ 1000178986

Baustelle Transformation

Buchvorstellung

BUCHVORSTELLUNG: Baustelle Transformation

BILD: WALTER DE GRUYTER GMBH

Die sozial-ökologische Transformation des Gebauten in Stadt und Land braucht den produktiven Diskurs mit der Gemeinschaft. Durch kollektives Erleben können inspirierende Ideen und konkrete Vorstellungen für den klimagerechten Umbau unserer Lebenswelten formuliert werden. Mit dieser Haltung stellen Architekten und Urbanisten zehn Strategien zur Transformation von Wohn- und Bürogebäuden, Quartieren und Verkehrsinfrastrukturen vor. Sie gestalten Prozesse, die auf Diskurs und Ausprobieren setzen, nehmen Lebensrealitäten ernst, experimentieren mit temporären Nutzungen und fordern Mitverantwortung statt Mitmachen. Gemeinsam entwickeln sie eine Vorstellung von dem, was künftig möglich sein könnte.

Mit einem Interview mit John von Düffel und Beiträgen von Frank Adloff, Leona Lynen, Susanne Wartzeck, Andreas Willisch und anderen.

Mehr unter: www.jovis.de

Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement

Neue Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (DIFU)

NEUE STUDIE DES DEUTSCHEN INSTITUTS FÜR URBANISTIK (DIFU): Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement

BILD: BERTELSMANN STIFTUNG, KM – STOCK.ADOBE.COM / KI-GENERIERT

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung eine Vollerhebung zum kommunalen Nachhaltigkeitsmanagement durchgeführt. Mittels eines innovativen‚ Webscrapings‘ wurden die Websites aller 11.275 deutschen Städte, Gemeinden und Landkreise systematisch analysiert. Das Ergebnis der Studie: Während rund ein Viertel aller Kommunen sich aktiv mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzt, bleibt ein integriertes und strategisch gesteuertes Nachhaltigkeitsmanagement eher die Ausnahme.

„Durch die innovative Methodik wird erstmals empirisch belastbar sichtbar, wie viele und welche Kommunen sich bereits mit Nachhaltigkeit beschäftigen“, sagt Valeska Liedloff, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Difu. „Die erhobenen Daten zeigen die tatsächliche Breite des Engagements und ermöglichen es uns, zielgerichtete Unterstützungsangebote zu entwickeln, die mehr Kommunen dazu befähigen, Nachhaltigkeit systematisch in ihrem Handeln zu verankern.“

Bei 2.859 Kommunen (25%) konnten Hinweise auf Nachhaltigkeit oder Nachhaltigkeitsthemen auf ihren offiziellen Webseiten identifiziert werden. Diese Kommunen repräsentieren etwa 52 Mio. Einwohner – eine Zahl, die das Potenzial verdeutlicht, das bereits mobilisiert worden ist. Ein positives Zeichen: 1.217 Kommunen (11%) haben eigene Unterseiten zur Nachhaltigkeit eingerichtet – ein Indikator für strategische Sichtbarkeit und organisatorische Verankerung des Themas in Politik und Verwaltung.

Allerdings zeigen sich regionale Unterschiede. Besonders aktive Kommunen finden sich in Nordrhein-Westfalen (62%), Baden-Württemberg (31%), Niedersachsen (34%) und Hessen (33%). In diesen Bundesländern gibt es seit längerem etablierte Förderprogramme und Netzwerke zur Unterstützung des kommunalen Nachhaltigkeitsmanagements.

Die Studie offenbart einen Zusammenhang zwischen kommunalen Ressourcen und Nachhaltigkeitsaktivitäten. Kommunen, die Nachhaltigkeitsthemen kommunizieren, sind im Schnitt größer und finanziell besser ausgestattet. Sie weisen meist ein höheres Aufkommen bei der Gewerbe- und der Einkommensteuer sowie höhere Ausgaben für Sachinvestitionen je Einwohner auf. Dies verdeutlicht, dass es oft eher größere und finanzstärkere Kommunen sind, die die notwendigen Ressourcen und Kapazitäten für ein aktives Nachhaltigkeitsmanagement aufbringen können.

Die Studie zeigt allerdings den „Flaschenhals“ strategischer Steuerung auf: Während Nachhaltigkeit als Querschnittsthema in den Kommunen durchaus präsent ist und in bestehende Politikfelder eingebettet wird, bleibt eine übergreifende und systemische Integration – selbst unter Zuhilfenahme von Instrumenten wie Nachhaltigkeitsstrategien, Nachhaltigkeitsberichten oder Nachhaltigkeitshaushalten – noch stark ausbaufähig.

Zum Herunterladen unter: www.difu.de/19393

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