Ausgabe 1.2021

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Soziale Wohnungs- und Schulbauten – Chancen und Herausforderungen von Holz
Dass Gebäude eine entscheidende Rolle im Klimawandel spielen, ist auch in politischen Kreisen längst erkannt worden. Die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit im Wohnungsbau durch den verstärkten Einsatz von Holz als Baustoff liegt da nahe. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE setzt bei Neubauprojekten und Dachaufstockungen bereits heute immer öfter Holz ein. Dabei zeigt sich: Der Baustoff Holz kann zwar einen wichtigen Beitrag zu ökologischer Nachhaltigkeit im sozialen Wohnungsbau leisten, birgt aber auch erhebliche Herausforderungen.

INTERVIEW
Im Gespräch mit Dr. Nicolas Albrecht-Bindseil und Dirk S. Walliser – Zukunftsweisendes Wohnquartier in Mannheim
Bis 2025 entsteht auf dem ehemaligen Benjamin-Franklin-Areal der US-Armee ein neuer Stadtteil für rund 9.000 Menschen. Die Stadt Mannheim möchte hier die Themen „Soziale Durchmischung“, „Inklusion“, „Freiraum & Urbanität“, „Städtebau & Architektur“ sowie „Energie & Mobilität“ beispielhaft gelöst sehen. Für ein zentrales Baufeld im Herzen des Areals gab es eine Konzeptausschreibung, die von der Partnerschaft INNOVATIO/PROFUND/SAUERBRUCHHUTTON Architekten gewonnen wurde. Wir sprechen mit Dr. Nicolas Albrecht-Bindseil und Dirk S. Walliser von der Innovatio Projektentwicklung über das Wohnquartier FRANKLIN VILLAGE, das von den Projektentwicklern gemeinsam mit der PROFUND Gruppe in Holzbauweise realisiert wird.

REALISIERTE OBJEKTE
Aufstockung in Holzbauweise – Neues Wohnraumpotenzial
In Altstadtgebieten gibt es seit Jahren Aufschwung und mehr Mieter auf weniger verfügbarem Wohnraum. Bestandsgebäude müssen energetisch saniert und ertüchtigt werden. Bestens dafür geeignet ist der flexible Baustoff Holz. Im Rosenheimer Ortsteil Fürstätt wurden mehrere vierstöckige Bauten mit Holz-Elementen um ein fünftes Geschoss erhöht. Geplant wurde das Bauvorhaben vom Architekturbüro QuestArchitekten.

Bezahlbarer Wohnraum in Potsdam – Wohnen im Wald
Unter dem Leitbild „Wohnen im Wald“ hat GSAI Galandi Schirmer Architekten und Ingenieure in Potsdam in funktionaler, ökonomischer und energetischer Weise Wohnungen mit einer modernen, zeitlosen Ästhetik realisiert. Dabei stand das kosten- und flächenoptimierte Bauen für bezahlbaren Wohnraum im Vordergrund.

STÄDTEBAU & QUARTIERSENTWICKLUNG
Kooperative Planungsverfahren – Quartiersentwicklung und Energieversorgung
Angesichts des Klimawandels mit erhöhten Anforderungen an den Klimaschutz rückt das Leitbild der Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung in den Vordergrund. Das KfW-Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“ verlangt als kommunales Förderprogramm, die energetischen Maßnahmen, die dem Klimaschutz und der Klimaanpassung dienen, in einen engen Kontext zur Quartiersentwicklung zu stellen. Der integrierte Ansatz der Quartierskonzepte dient dazu, soziale Kontexte und Maßnahmen der klimaangepassten Gestaltung des Wohnumfelds gemeinsam zu denken.

ENERGIE, TECHNIK & BAUSTOFFE
Wohnbau mit textilem Sonnenschutz – Baugemeinschaftsprojekt in Berlin
Zwischen Georgen-Parochial-Friedhof und Volkspark Friedrichshain liegt das gemeinschaftliche Bauprojekt „Walden 48“ mit 43 Wohnungen. Das 60 Meter lange Gebäude wurde in reiner Holzbauweise mit starkem Anteil an sichtbaren Holzoberflächen und -fassaden entwickelt.

Holz-Hybridbauweise – Hochhaus in Amsterdam
Ein 73 m hohes Wohngebäude entsteht derzeit in Amsterdam. Es wird in Holz-Hybridbauweise erstellt und gehört damit zu den höchsten Hochhäusern seiner Art. Bei der Realisierung setzt der beauftragte Generalunternehmer J. P. van Eesteren B. V. aus Gouda auch auf Know-how aus Deutschland: So ist u. a. Brüninghoff derzeit mit dem Leuchtturmprojekt an der Amstel betraut. Zu den Aufgaben des Hybridbauspezialisten zählen der Holzabbund, Fertigung und Montage der Holzelemente sowie der Stahl- und Betonfertigteile.

BAUKOSTEN & FINANZIERUNG
Städtebauliche Projekte – Kosten-Nutzen-Analysen
Im Interesse der Öffentlichkeit liegen Siedlungsentwicklungen, die heute sozio-ökonomisch sinnvoll, also z. B. lebenswert, umweltgerecht und kosteneffizient sind und in der Zukunft zumindest bezahlbar bleiben. Zur Entscheidungsfindung über die Durchführung und die Gestaltung von Stadtentwicklungsvorhaben sollten also die Auswirkungen von Optionen und Varianten betrachtet werden.

RECHT & STEUERN
Serielles und modulares Bauen – Die Typengenehmigung
Seit Jahren ist der Wohnungsmarkt in weiten Teilen Deutschlands angespannt. Die enorme Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum kann vom aktuellen Angebot nicht gedeckt werden. Innovative Lösungen für den Wohnungsbau sind gefragt, damit Bauen einfacher, schneller und günstiger wird. Ein möglicher Lösungsansatz ist dabei die Typengenehmigung für das serielle und modulare Bauen.

Herausragend in Holz

Das „Roots“ ist mit dem offiziellen Baustart Ende November letzten Jahres in die nächste Umsetzungsphase gegangen. Die Hamburger HafenCity erhält mit diesem 65 Meter hohen Gebäudekomplex aus Holz – vormals „Wildspitze“ genannt – eine neue architektonische Landmarke. Neben Büros, Ausstellungsflächen und Eigentumswohnungen wird es im „Roots“ auch geförderte Wohnungen geben.

Auch andernorts geht es mit Holz hoch in den Himmel: Mit seinen 98 Metern setzt das „WoHo“ noch einiges drauf. Das in Oslo ansässige Architekturbüro Mad arkitekter hat den Realisierungswettbewerb für das Wohnhochhaus in Berlin-Kreuzberg gewonnen. Es überzeugte die Jury mit der Philosophie des Projekts als vertikales, urbanes Quartier mit vielfältigen Nutzungen. Markant ist der im Zentrum des Ensembles positionierte 98 Meter hohe Turm mit 29 Geschossen, der das WoHo dann zu Deutschlands höchstem aus Holz erbauten Gebäude macht. Lediglich Kerne und das Untergeschoss sollen aus Stahlbeton errichtet werden, die Einhaltung des KfW-40 Standards ist avisiert.

Ob Berlin, Mannheim oder Amsterdam: Wir haben Ihnen in dieser Ausgabe herausragende und spannende Projekte und Fachinformationen rund um das Thema Holz im Wohnungsbau zusammengestellt.

Viel Freude beim Lesen wünscht

Ihre Julia Ciriacy-Wantrup
Chefredakteurin QUARTIER