Ausgabe 2.2021

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Effizienzsteigerung und Kostensenkung im vorgefertigten Wohnungsbau – Prefab Housing
Welchen Beitrag können Vorfertigungsstrategien und serielle Bauweisen im Hinblick auf die Entwicklung eines nachhaltigeren Wohnungsbaus leisten? Damit befasst sich eine Studie der TU Dortmund.

REALISIERTE OBJEKTE
Attraktiver Wohnraum in Neu-Ulm – Wohnen im Betonhaus
Für das kommunale Wohnungsunternehmen NUWOG der Stadt Neu‑Ulm haben Fink+Jocher Architekten ein Wohnhaus geplant, das im Rahmen des experimentellen Wohnbaus durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr initiiert und gefördert wurde. Unter dem Leitbild „effizient bauen, leistbar wohnen“ sind 31 geförderte Wohnungen entstanden.

Serielles Bauen mit Spannbetondecken – Wohnen in Berlin
Mit serieller Bauweise hat die Wohnungsgesellschaft degewo einen modernen Wohnkomplex mit 99 Wohnungen bei einem durchschnittlichen Mietpreis ab ca. 6,50 Euro pro m² realisiert. Ein Drittel der Wohnungen am Theodor-Loos-Weg in Berlin-Neukölln ist dauerhaft öffentlich gefördert, die restlichen 64 können als frei finanzierte Wohneinheiten ohne Vorlage eines Wohnberechtigungsscheins gemietet werden.

Quartiersgestaltung in Dresden – Nachhaltig und grün
Nach drei Jahren Bauzeit hat die EWG Dresden im Stadtteil Gorbitz ein Wohnquartier fertiggestellt, das den Charakter der angrenzenden Plattenbau-Siedlung aufnimmt und architektonisch gekonnt neu interpretiert. Die „Kräuterterrassen“ umfassen 184 Mietwohnungen, die mit unterschiedlichen Wohnkonzepten punkten und Familien, Singles, Paaren und Senioren qualitativ hochwertigen, gleichzeitig aber bezahlbaren Wohn- und Lebensraum bieten.

STÄDTEBAU & QUARTIERSENTWICKLUNG
Potenzialanalyse für Baugrundstücke – Digitalisierung
Seit etwa zehn Jahren ist in Berlin eine verstärkte Neubautätigkeit zu verzeichnen. Dafür wurden viele untergenutzte oder freie Grundstücke in der Innenstadt erschlossen. Das ergibt Sinn, denn dort gibt es bereits die notwendige Infrastruktur mit Öffentlichem Nahverkehr, Schulen, Kindertagesstätten, Sporteinrichtungen und Nahversorgung. Aber auch in Berlin wird es enger, und einfach erschließbare Baugrundstücke sind mittlerweile Mangelware und kaum noch zu bezahlen. Die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM) hat daher eine Digitalisierungsstrategie für die Durchführung von teilautomatisierten Potenzialanalysen entwickelt.

Mietleasing von Elektrofahrrädern – Alternative zum Dienstwagen
Lange galt nachhaltiges, umweltfreundliches Wirtschaften als vernachlässigbarer Eintrag auf der To-do-Liste vieler Unternehmen. Nun genießt das Thema endlich Priorität. Die große Herausforderung besteht darin, es mit unternehmerischen Interessen in Einklang zu bringen. Eine solche Win-win-Situation bietet der Mobilitätsdienstleister movelo. Die Elektrofahrrad-Experten aus Bayern stellen Unternehmen E-Bike-Flotten via Mietleasing zur Verfügung und schaffen damit nachhaltige, klimaschonende Fuhrparks.

INTERVIEW
Im Gespräch mit Wolfgang Pelousek
Baustellen intelligent planen
In einer Kooperation haben das Softwareentwicklungsunternehmen WPS – Workplace Solutions, der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) Hamburg und die PTV Group, ein Mobilitätssoftware-Unternehmen aus Karlsruhe, für die Freie und Hansestadt Hamburg die Software TRIAS – Traffic Roadworks Impact Assessment – entwickelt. Wir sprechen mit Wolfgang Pelousek, Senior Sales Manager der PTV, über das Softwaretool, mit dem der Einfluss geplanter Baumaßnahmen auf den zu erwartenden Verkehrsfluss simuliert und analysiert werden kann.

ENERGIE, TECHNIK & BAUSTOFFE
Mietwohnungsbau in Kassel – Seriell-modulares Bauen
Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt ist mit knapp 60.000 Wohnungen an 130 Standorten eines der führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Im Kasseler Stadtteil Fasanenhof entstehen auf einem 6.600 m² großen Areal derzeit Mietwohnungen, bei denen das Unternehmen erstmals Bäder als Fertigmodule einbaut. Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer stellt uns das Bauprojekt vor und spricht über die Beweggründe, verschiedene Projekte in seriell-modularer Bauweise zu realisieren.

Bäder in Holzbauweise – Fugenloses Fertigbad
Die Schweizer Unternehmen Bad + Architektur Schneuwly GmbH und STUBERHOLZ stellen eine fertige Nasszelle in Holz-Leichtbauweise her – das „Modulbad“. Wir sprechen mit Nik Stuber, Geschäftsführer von STUBERHOLZ, über die Konstruktion und die Ausführungs- und Einsatzmöglichkeiten.

BAUKOSTEN & FINANZIERUNG
Micro-Living – Flexible Stellplatzregelungen
Der Micro-Living-Sektor benötigt flexible Stellplatzregelungen, um dringend benötigten und erschwinglichen Wohnraum in Großstädten zu schaffen. Dies ist ein Ergebnis, der digitalen Micro-Living-Runde, die der Bundesverband Micro-Living e. V. (BML) im Dezember letzten Jahres veranstaltet hat.

Micro-Apartment K33 – Wohnen und Arbeiten
Da Bauland immer knapper und Wohnen ständig teurer wird, sind Alternativen gefragt. So entstand die Idee zum K33 Micro-Living. Das Micro-Apartment bietet auf 33 m² viel Fläche und Funktion zum Wohnen oder Arbeiten. Das clevere Konzept schafft durch Sonderfunktionen und multifunktionale Einrichtung zusätzliche Schlafplätze und Stauräume und kann sehr einfach vergrößert oder erweitert werden.

RECHT & STEUERN
Digitale Bauwerksmodelle – Chancen für kostengünstiges und rezyklierbares Bauen
Kostengünstig und ressourcenschonend – mit diesen beiden Überbegriffen können die Forderungen des Bundes zum derzeitigen Wohnungsbau zusammengefasst werden. Im Diskussionsentwurf des Bundesministeriums der Finanzen zum Gesetzesentwurf zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus vom 29. August 2018 heißt es, dass insbesondere Nachhaltigkeitsaspekte von Bedeutung seien, wenn Maßnahmen – hier Förderung des Wohnungsbaus – wirtschaftlich erfolgreich sowie ökologisch und sozial verträglich gestaltet werden und so den sozialen Zusammenhang stärken. Der Einsatz von BIM im seriellen Wohnungsbau bietet hierfür großes Potenzial.

Vorgefertigt

22,2 % der insgesamt 105.962 neu genehmigten Ein- und Zweifamilienhäuser
in Deutschland waren laut Statistischem Bundesamt im letzten Jahr Fertighäuser. Höher war die Fertigbauquote nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF) noch nie. 2019 hatte sie mit 20,8 % erstmalig die Marke von 20 % übertroffen.

Wie im Mehrfamilienhaus Baukomponenten mit hohem Vorfertigungsgrad eingesetzt werden können, zeigt ein schönes Beispiel aus Graz (Österreich). Nussmüller Architekten haben für die Wohnbaugruppe ENNSTAL ein Gebäude mit 38 geförderten Wohnungen geplant. Die sternenförmig angeordnete Schottenbauweise mit Achsabständen von bis zu sechs Metern bietet die optimale Spannweite für das tragende System aus Brettsperrholz-Innenwänden in Kombination mit einer Holzriegelbauweise für die nichttragenden Außenwände. Die Wohnungsgrundrisse liegen direkt übereinander und ermöglichen so ein ökonomisches Tragsystem und eine effiziente Leitungsführung für gebäudetechnische Installationen.

Die aktuelle Ausgabe von QUARTIER stellt Ihnen viele Aspekte rund um das präfabrizierte Bauen vor: von der seriellen Produktion zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung über Bauweisen mit vorgefertigten Bauteilen wie Massivfertigteile oder Spannbetonkonstruktionen bis hin zur Verwendung von modularen Fertigbädern.

Spannende Einblicke wünscht

Ihre Julia Ciriacy-Wantrup
Chefredakteurin QUARTIER