Ausgabe 4.2021

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Vario-Wohnen in Bochum – Studentische Wohn-Oase
Das Akademische Förderungswerk Bochum (AKAFÖ) realisierte 2019 in unmittelbarer Nähe zur Ruhruniversität Bochum eine moderne Wohnanlage für 258 Studierende. ACMS Architekten aus Wuppertal entwickelten einen vier- und fünfgeschossigen Neubau in elementierter Hybridbauweise. Die Freianlagen stammen von wbp Landschaftsarchitekten.

Spielplatzgestaltung – Ninja Warrior in Berlin-Schöneberg
Im Berliner Bezirk Schöneberg, in unmittelbarer Nähe zur Kurfürstenstraße, wurde im Dezember 2019 der Spielplatz „Else“ nach einer grundlegenden Umgestaltung feierlich eingeweiht. Er ist ein wichtiger Baustein im rasanten Wandel von Berlins berüchtigtem Rotlichtbezirk hin zum begehrten Wohnviertel und den damit einhergehenden Interessenskonflikten. Kindern und Jugendlichen soll er zukünftig einen festen und sicheren Platz im Quartier geben. Ein sensibles Vorgehen im Projektverlauf und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit war in diesem Spannungsfeld besonders wichtig. Er sollte durch seine Gestaltung und die Spielangebote die Vielfältigkeit und Buntheit des Ortes unterstreichen.

Platzgestaltung – Neues Zentrum in Kiel
Dort, wo heute das Holstenfleet zum Flanieren und Entspannen einlädt, war früher einmal die stark befahrene Holstenbrücke. Die Stadt Kiel forderte eine moderne, einladende, nachhaltige und zukunftsweisende Umsetzung für die Neugestaltung.

Neuer Markplatz in Schwenningen – Rückgewinnung der urbanen Mitte
Zu den Wahrzeichen der Stadt Schwenningen gehört der denkmalgeschützte Rathausbau von 1926. Die städtebauliche Konzeption dieses unverwechselbaren, in den Details expressionistisch anmutenden Baukörpers wurde vom Architekten Hans Herkommer als ein Solitärbau geplant. Diesen städtebaulichen Grundgedanken aufgreifend, bildet der neu gestaltete Marktplatz den Stadtboden für das Rathaus als Solitär. Die Platzgestaltung steht somit im engen Dialog zur Rathausarchitektur.

Park Mitte in Hamburg-Altona – Poesie der Geometrie
Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs in Hamburg entsteht der neue Stadtteil Altona-Mitte mit einem zentralen Stadtpark. Darin bleibt das monumentale Stahlskelett der einstigen Güterhalle als Zeuge der verschwundenen Bahninfrastruktur erhalten und wird so zur identitätsstiftenden Ikone und zum Taktgeber für den geometrisch geprägten Parkentwurf.

Stadtmobiliar aus recyceltem Plastikmüll – Sitzbank „Coast“
Vestre, weltweit erster Hersteller von klimaneutralen Designmöbeln für den öffentlichen Raum, präsentiert mit „Coast“ eine Sitzbank, die Kunststoffabfälle von Norwegens Küste wiederverwertet. Das Möbel ist eine Kooperation mit dem Unternehmen Ogoori, das maritimen Plastikmüll zu einem Granulat verarbeitet, um es als Rohmaterial für Designobjekte zu nutzen.

REALISIERTE OBJEKTE
Wolfsburger Wohnbauoffensive – Innovatives Quartier mit Zwilling
Das Projekt der Hellwinkel Terrassen ist ein wesentlicher Teil der Wolfsburger Wohnbauoffensive. Es verfolgt das Ziel, der städtischen Wohnungsknappheit entgegenzuwirken und gleichzeitig die Vielfalt zukunftsfähiger Wohnformen widerzuspiegeln. Wir sprechen mit Hans-Dieter Brand, Sprecher der Geschäftsführung der NEULAND Wohnungsgesellschaft, über das Projekt, bei dem verschiedene Bauweisen in einem Monitoring verglichen werden.

INTERVIEW
Im Gespräch mit Dirk Christiansen:
Belebtes Zentrum am Wasser
Mit der Umgestaltung der Holstenbrücke als ehemals stark frequentierte Stadtstraße zu einem urbanen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität hat die Stadt Kiel die Innenstadt um einen ansprechenden und vielfältig nutzbaren Stadtraum erweitert. Dirk Christiansen, einer der vier Geschäftsführer von bgmr Landschaftsarchitekten, stellt das Projekt vor, das nicht nur durch seine Gestaltung und Materialverwendung, sondern auch seinen Beitrag zu einer klimaangepassten Stadtentwicklung punktet.

STÄDTEBAU & QUARTIERSENTWICKLUNG
Forschungsprojekt SuPraStadt – Bewusster handeln, besser leben
Wie können Lebensqualität und soziale Teilhabe in einem Wohnviertel verbessert und gleichzeitig der Ressourcenverbrauch und die Wirkungen auf die Umwelt verringert werden? Diesen Fragen widmet sich das Forschungsprojekt „Suffizienzpraktiken in Stadtquartieren“, kurz SuPraStadt.

ENERGIE, TECHNIK & BAUSTOFFE
Raumseitige Feuchte am Fenster – Schadensbilder, Ursachen und deren Vermeidung
In erster Linie könnte man meinen, Fenster schützen vor äußerer Feuchte, wie dem Schlagregen. Aber bauphysikalisch ist das Thema der inneren Feuchte nicht zu vernachlässigen. Der Grundsatz „innen dichter als außen“ ist nicht nur für den Fensteranschluss, sondern insbesondere auch in der Konstruktion und Ausführung ein möglicher Schadensausgangspunkt. So liegen Ursachen und Auswirkungen nicht zwingend im Produkt, das bauphysikalisch immer mehr Aufgaben bewältigen muss. Grund genug, sich mit der Feuchtebelastung von innen näher auseinanderzusetzen.

BAUKOSTEN & FINANZIERUNG
Energetische Modernisierung von Mehrfamilienhäusern – Expedition in den Förderdschungel
Auf den ersten Blick erscheinen Finanzierungs- und Förderlandschaften oft unübersichtlich und unwegsam. Aber mit etwas Orientierung finden sich hier gute Wege, um Mehrfamilienhäuser durch energetische Modernisierungsmaßnahmen fit zu machen für eine klimafreundliche Zukunft. Eine Expedition, die sich lohnt.

RECHT & STEUERN
Baulandmobilisierungsgesetz – Eine Chance für bezahlbaren Wohnraum?
Am 23. Juni 2021 trat das Baulandmobilisierungsgesetz in Kraft, welches die Mobilisierung von Bauland zur schnellen und unkomplizierten Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum vereinfachen soll. Vor allem das sogenannte Umwandlungsverbot sowie das kommunale Vorverkaufsrecht sollen unbürokratisch und zeitnah Bauflächen schaffen. Doch hält das Gesetz wirklich, was es verspricht?

Mehr Grün für die Städte!

Die Bilder und Eindrücke der Auswirkungen von Starkregen und Überflutungen im Westen Deutschlands sind uns allen noch sehr präsent. Wir fühlen mit allen, die von dieser Katastrophe getroffen wurden.

Die extremen Sturzflut-Hochwasser haben erneut die Diskussion angefacht, inwieweit solche Ereignisse auf den Klimawandel zurückzuführen sind und welche Maßnahmen derartige Ausmaße in Zukunft verhindern oder zumindest verringern können.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für die Zukunft mit mehr Stürmen, extremen Regenfällen und Hitzewellen aufgrund der Klimaerwärmung. Die beobachtete Häufung solcher Ereignisse kann inzwischen als Indiz dafür gewertet werden, dass die Annahme vieler Klimaforscher stimmt, dass Extremwetterereignisse mit steigenden Temperaturen zunehmen.

Etwa 45 % der Siedlungs- und Verkehrsflächen sind in Deutschland aktuell versiegelt. Damit gehen wichtige Bodenfunktionen, wie z. B. die Wasserdurchlässigkeit verloren. Der Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche betrug laut Statistischem Bundesamt in den Jahren 1997 bis 2000 im Schnitt 129 ha pro Tag. In den Jahren 2016 bis 2019 ging der durchschnittliche tägliche Anstieg auf nur noch 52 ha zurück. Nun werden von der Bundesregierung bis 2030 Werte von unter 30 ha Zunahme pro Tag angestrebt. Das integrierte Umweltprogramm des BMU formuliert für 2030 sogar ein Ziel von täglich nur 20 ha.

Das sind Schritte in die richtige Richtung, denn wir brauchen mehr Grün in den Städten! Als Versickerungsflächen bei Starkregen und zum kühlenden Ausgleich bei Hitze, als Flächen für den Artenschutz und gesunden Erholungsraum.

Viel Freude beim Lesen wünscht

Ihre Julia Ciriacy-Wantrup
Chefredakteurin QUARTIER