QUARTIERSPLANUNG

Mobilität und Logistik im Fokus

Text | Foto (Header): © ULRICH LIPPERT GMBH

Der grundlegende Umbau von Innenstädten und Quartieren nimmt an Fahrt auf. Wohnungsbau und eine zukunftsfähige Infrastruktur sind zentrale Herausforderungen an die Zukunft städtischen Zusammenlebens. Eng damit verbunden ist die Suche nach Lösungen für zeitgemäße Mobilität und eine leistungsfähige Logistik. Fehlen diese, verbleiben von lebendigen Innenstädten lediglich Vergnügungsviertel und touristische Hotspots.

Auszug aus:

Zunehmend soll automobiler Verkehr aus den Innenstädten und Quartieren verbannt werden. Dies kollidiert jedoch mit den Ansprüchen an eine schnelle und effiziente logistische Versorgung mit Gütern für Handel und Dienstleistungen sowie online bestellten Waren. Insbesondere der Online-Handel wächst seit Jahren deutlich. Über 4,5 Mrd. Paket‑, Express- und Kuriersendungen lieferten die Zusteller im Jahr 2021 aus (Quelle: BIEK). Das entspricht mehr als 15 Mio. Sendungen pro Zustelltag. Allein von 2019 zu 2020 wuchs die Anzahl der Sendungen im B2C-Geschäft um 18,6 %. Für das Jahr 2025 rechnen die Zustellunternehmen mit 5,7 Mrd. Sendungen in Deutschland.

Auswirkungen auf die Umwelt

Die Zusteller stehen unter einer erheblichen Belastung. Und auch für die Umwelt hat die Paketflut Konsequenzen. Etwa 40 % der Sendungen können bei der ersten Anfahrt nicht zugestellt werden. Doch nicht nur wiederholte Zustellversuche verursachen einen erheblichen Mehraufwand auf der Straße. Gibt es keinen hilfsbereiten Nachbarn, der die Sendung während der Abwesenheit des Empfängers annimmt, muss dieser zur Poststelle oder zum Pickup-Shop fahren, um dort seine Sendung abzuholen.

Das erzeugt sogenannte Sekundärfahrten, pro Tag etwa 800.000, schätzen Experten. Dabei wünschen sich laut einer Studie des Logistikdienstleisters Seven Senders aus dem aktuellen Jahr 86 % der befragten Online-Shopper eine Zustellung bis an die Wohnung.

Bausteine für die Optimierung im Quartier

Neben Mikrodepots für die kundennahe Zwischenlagerung und Zustellungen mit elektrobetriebenen Lastenrädern bieten zustelleroffene Paket- und Servicestationen zum Deponieren von Sendungen und Waren eine effiziente Möglichkeit, die Zustelllogistik auf der letzten Etappe zum Empfänger zu optimieren. Mehrfache Anfahrten des Zustellers bei Abwesenheit des Empfängers werden vermieden. Um auch die zahlreichen Sekundärfahrten der Abholer zu Postfilialen, öffentlichen Paketstationen oder Pickup- Shops zu reduzieren, müssen diese Boxen direkt am oder in unmittelbarer Laufnähe zum Wohn- bzw. Arbeitsort des Empfängers aufgestellt sein.

Lippert, Hersteller von Lösungen für Gebäudekommunikation und Gebäudesicherheit, geht mit den im Berliner Werk entwickelten und produzierten Intellibox® Paketstationen noch einen Schritt weiter. Die intelligente, digitale Steuerung verwaltet dynamisch freie und belegte Fächer sowie die berechtigten Empfänger und teilt diese für eingehende Sendungen variabel zu. Das ermöglicht Zustellungen rund um die Uhr und auch bei Abwesenheit des Empfängers. Die flexible Fachsteuerung optimiert den Flächenbedarf und die Verfügbarkeit verschiedener Fachgrößen einer Intellibox Paketstation deutlich, da nicht für jeden Nutzer ein festes Fach reserviert bleiben muss.

Vorteile auch für lokale Geschäfte

Für eine möglichst breite Bündelung kann jeder Zustelldienst die Paketstation diskriminierungsfrei mitnutzen. Auch dem lokalen Handel oder der Reinigung im Quartier ist es möglich, Waren in eine Intellibox Paketstation einzuliefern und somit einen entscheidenden Vorteil des überregionalen Onlinehandels in das eigene Geschäftsmodell zu implementieren. Der Empfänger erhält eine Nachricht per E-Mail oder SMS und kann die Sendung zu jeder für ihn passenden Zeit entnehmen. Zustellung und Abholung sind damit zeitlich entkoppelt und erfolgen kontaktlos. Ergänzend können Intellibox Servicestationen auch für die interne Logistik in Unternehmen und Verwaltungen oder als sogenannte click & collect Lösung für die automatisierte Warenausgabe genutzt werden.

In zahlreichen, realisierten Projekten von Rostock über Düsseldorf, Berlin, Leipzig und Frankfurt bis München und Wien zeigt sich, dass die intelligent gesteuerten, diskriminierungsfreien Paket- und Servicestationen Anlagenbetreibern, dem Einzelhandel wie auch den Zustellern und Empfängern nicht nur ein Plus an Komfort bieten. Mit einer sinnvoll geplanten Integration in die Infrastruktur von Stadtquartieren leisten sie als zentraler Baustein in der Quartierslogistik einen wichtigen Beitrag, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen, Zeit und Geld zu sparen sowie die Umwelt zu entlasten.

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